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Merken   Drucken   11.05.2011, 16:13 Schriftgröße: AAA

Plagiatsaffäre: Peinlich, peinlicher, Guttenberg

Mit dem Prüfbericht der Universität Bayreuth rückt ein Comeback des CSU-Politikers in weite Ferne. Sein Versuch, sich als Stressopfer darzustellen, lassen ihn ungeeignet für ein politisches Amt erscheinen.
© Bild: 2011 Patrick Sinkel/DAPD
Kommentar Mit dem Prüfbericht der Universität Bayreuth rückt ein Comeback des CSU-Politikers in weite Ferne. Sein Versuch, sich als Stressopfer darzustellen, lassen ihn ungeeignet für ein politisches Amt erscheinen. von Kai Beller 
Das Urteil der Prüfkommission der Universität Bayreuth ist deutlich: Karl-Theodor zu Guttenberg hat in seiner Doktorarbeit vorsätzlich getäuscht. Das war allerdings schon bekannt. Brisanz erhält der 40-seitige Abschlussbericht der Kommission, weil darin erstmals Guttenbergs Stellungnahme zu den Vorwürfen bekannt wird.
Wünschen Sie sich ein Comeback Guttenbergs?

 

Wünschen Sie sich ein Comeback Guttenbergs?
Seine Erklärungsversuche muten peinlich an. Wegen des familiären und beruflichen Dauerstresses will der Ex-Verteidigungsminister den Überblick über sein Werk verloren haben. Um die Erwartungen seiner Familie zu erfüllen und den Doktorvater Peter Häberle nicht zu enttäuschen, habe er die Geschichte trotzdem durchgezogen.
Das Eingeständnis, vorsätzlich getäuscht zu haben, fehlt wie schon in früheren Erklärungen des CSU-Politikers. Stattdessen sind die hohe Arbeitsbelastung und eine zum Teil "chaotische Arbeitsweise" schuld an dem Desaster. Guttenberg - ein Opfer der Umstände.
Mit bewundernswerter Klarheit schlägt die Kommission ihm seine Argumente um die Ohren. "Wer jahrelang akzeptiert, dass er Sorgfaltsstandards nicht einhält, handelt nicht fahrlässig, sondern vorsätzlich, weil er die Sorgfaltswidrigkeit zum bewussten Arbeitsstil erhebt", befindet die Hochschule mit vernichtender Schärfe.
Das Urteil über den Wissenschaftler Guttenberg ist damit gesprochen. Das juristische Nachspiel wird noch folgen. Aber schon jetzt stellt sich die Frage, ob so einer sich Hoffnungen auf ein politisches Comeback machen darf beziehungsweise kann. In der CSU gibt es bereits erste Absetzbewegungen. Der strahlende Held hat ein paar hässliche Narben abbekommen.
Außerdem stimmt es bedenklich, dass sich Guttenberg selbst attestiert, an Überforderung und Stress gescheitert zu sein. Eignet er sich damit für ein hochrangiges politisches Amt? Minister sind schließlich im Dauerstress. Es wäre wohl besser, das Kapitel Guttenberg an dieser Stelle zu schließen.
  • FTD.de, 11.05.2011
    © 2011 Financial Times Deutschland,
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Kommentare
  • 16.05.2011 14:18:13 Uhr   TheBrit: Verantwortung

    Egal wie man zu Herr zu Guttenberg steht, man muss Fragen, wie kann es vorkommen, dass nach jahrelanges Abstimmung mit Herrn DrVater nichts auffiel. Auch der Mundliche soll glänzend geleufen sein. Ich denke, der Uni Bayeuth tät sich gut auch von unfähige Prüfungspersonal zu trennen. Oder?

  • 14.05.2011 16:10:03 Uhr   Christoph: Danke für diese Klarheit
  • 13.05.2011 11:35:51 Uhr   Fozziebär: Hoffnung Guttenberg
  • 13.05.2011 11:20:37 Uhr   Besserwisser: zu letzte Hoffnung Guttenberg
  • 12.05.2011 15:24:31 Uhr   Aletheia: Die einzige Rettung...
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