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Merken   Drucken   07.11.2008, 11:56 Schriftgröße: AAA

"Pogromstimmung" gegen Manager: Wulff entschuldigt sich für Nazi-Vergleich  

Ifo-Chef Sinn machte es vor: Ausgerechnet in der Talkshow von Michel Friedman hat CDU-Vize Christian Wulff vor einer "Pogromstimmung" gegen Manager gewarnt. Der Zentralrat der Juden forderte den Politiker zum Rücktritt auf - der entschuldigte sich.
Der niedersächsische Ministerpräsident Christian Wulff hat sich von seinem Vergleich der Managerkritik mit der Judenverfolgung distanziert. "Die Verwendung des Wortes Pogromstimmung bedauere ich", sagte der CDU-Vize am Freitag in Hannover, zwei Tage vor dem Jahrestag der Reichspogromnacht. "Nichts kann und darf mit der Judenverfolgung und den schrecklichen Pogromen gegen die Juden verglichen werden", sagte Wulff. Eine generalisierende Stimmungsmache gegen hohe Gehälter in der Wirtschaft sei allerdings falsch.
Einem Bericht des Nachrichtenportals "Spiegel Online" zufolge soll Wulff am Donnerstagabend in der N24-Sendung "Studio Friedman" einen heiklen Vergleich gezogen haben: "Ich finde, wenn jemand zehntausend Jobs sichert und Millionen an Steuern zahlt, gegen den darf man keine Pogromstimmung verbreiten", sagte Wulff.
Er wurde prompt von der Grünen-Fraktionschefin Renate Künast zurecht gewiesen. "Das ist wohl das falsche Beispiel", sagte Künast. Auch Gastgeber Michel Friedman als früherer Vize-Vorsitzender des Zentralrats der Juden fragte: "Meinen Sie das ernst mit der Pogromstimmung?" Wulff relativierte seine Aussage jedoch nicht.

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