Politiker im Zusammenhang mit Bundestagswahl
Aufregung um Lafontaine
Auf Platz vier des Rankings landete Oskar Lafontaine mit 236 Nennungen. Der ehemalige SPD-Chef steht seit seiner Ankündigung, für die Wahlalternative Arbeit und soziale Gerechtigkeit (WASG) in den Wahlkampf zu ziehen, fast täglich in der Presse. Für zusätzlichen Gesprächsstoff sorgte er mit fragwürdigen Formulierungen, worauf ihm vorgewurfen wurde, er gehe ganz rechts auf Stimmenfang. So benutzte er für Gastarbeiter den Begriff "Fremdarbeiter". Lafontaine selber bestreitet, dass der Begriff von Nationalsozialisten geprägt worden sei.
Hinter Lafontaine auf Platz fünf rangiert der erste Grünen-Politiker mit 233 Nennungen. Außenminister Joschka Fischer eröffnete die Woche mit einem großen Interview in der "taz". Dort kündigte er an, auch für den Fall einer Wahlniederlage als Oppositionsführer zur Verfügung zu stehen. Im Bundestag stellte er bei der Debatte über die Vertrauensabstimmung klar, dass er bei der Neuwahl auf Sieg spielt. Mit seiner kämpferischen Rede riss er die Abgeordneten von SPD und Grünen von den Sitzen. Das Presseecho war entsprechend groß.
Hinter Fischer reihten sich Stoiber und Wirtschaftsminister Wolfgang Clement (178 Nennungen) ein. Clement war wegen des Wahlmanifestes ein viel gefragter Politiker. Er gilt als Gegner der so genannten Reichensteuer, die nun Bestandteil des Programms ist. Außerdem wurde er im Zusammenhang mit der Zwischenbilanz der Arbeitsmarktreform und den aktuellen Arbeitsmarktdaten häufig zitiert.
Erst auf Platz acht reiht sich FDP-Chef Guido Westerwelle mit 113 Nennungen ein. Die hintere Platzierung könnte einen Hinweis darauf liefern, dass die Liberalen Schwierigkeiten haben, im Wahlkampf eigene Themen zu setzen. In der vergangenen Woche waren sie hauptsächlich damit beschäftigt, sich von den Steuerplänen der Union zu distanzieren.