"Ich nehme meine Verantwortung gerne wahr", sagte Wulff. "Und ich möchte nach fünf Jahren eine Bilanz vorlegen, dass ich ein guter, erfolgreicher Bundespräsident war; und ich mache das mit Freude und aus Überzeugung und weiß, dass ich nichts Unrechtes getan habe, aber nicht alles richtig war, was ich getan habe." Wulff sprach von einem Lernprozess. Der Wechsel vom Amt des Ministerpräsidenten in Niedersachsen zum Staatsoberhaupt sei sehr schnell gegangen.
Wulff räumte ein, der Anruf bei "Bild"-Chefredakteur Diekmann sei "ein schwerer Fehler" gewesen, der ihm leid tue. Er habe nicht versucht, die Berichterstattung des Blattes über seinen umstrittenen Privatkredit zu verhindern, sondern lediglich darum gebeten, die Veröffentlichung zu verschieben, bis er von seinem Besuch in der Golfregion zurückgekehrt sei. Diekmann habe die Entschuldigung ja auch angenommen.
Wulff bat darum, sein Vorgehen menschlich zu verstehen, auch vor dem Hintergrund der Belastungen seiner Familie. Er habe auch eine Schutzfunktion für seine Familie gesehen. Das gelte auch vor dem Hintergrund dessen, "was im Internet alles verbreitet wird über meine Frau". Wulff sprach
dabei von Fantasien, erläuterte aber nicht weiter, was er genau meint.
"Letztlich gibt es natürlich auch Persönlichkeitsrechte, es gibt auch Menschenrechte selbst für Bundespräsidenten, und auch deren Freunde, deren Angehörige, und ich möchte nicht Präsident in einem Land sein, wo sich jemand von Freunden kein Geld mehr leihen kann", führte Wulff aus und forderte: "Das, will ich auch mal sagen, sollten wir auch im Blick behalten."
Seit Mitte Dezember muss sich Wulff gegen Vorwürfe wehren, beim Kauf eines Eigenheimes in seiner Zeit als niedersächsischer Ministerpräsident die genauen Umstände eines Kredits in Höhe von 500.000 Euro verschwiegen zu haben. Für eine Welle der Empörung sorgte der Bundespräsident mit einem Angriff auf die Pressefreiheit. Er rief am 12. Dezember bei "Bild"-Chefredakteur Diekmann an und versuchte, die erste kritische Veröffentlichung zu den Krediten zu verhindern. Wulff soll dem Springer-Verlag mit Krieg gedroht haben. "Bild" ignorierte dies und brachte den Artikel am 13. Dezember.