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Merken   Drucken   04.01.2012, 12:20 Schriftgröße: AAA

Präsident in Bedrängnis: Wulff gibt noch heute TV-Interview

Der Bundespräsident startet eine Offensive in eigener Sache. In einem Fernsehinterview will er sich zu den gegen ihn gerichteten Vorwürfen äußern. Kanzlerin Merkel erwartet umfassende Antworten.
Kaum aus dem Weihnachtsurlaub zurück geht Bundespräsident Christian Wulff in die Öffentlichkeit. Gleich an seinem ersten Arbeitstag im Januar kündigte das Präsidialamt eine Erklärung zu den Vorwüfen im Zuge der Kreditaffäre an. Das soll in Form eines Interviews geschehen, dass der Präsident ARD und ZDF heute gibt. Der Zeitpunkt der Ausstrahlung war zunächst nicht bekannt.
Wulff wird in der Affäre um seinen umstrittenen Privatkredit Salamitaktik vorgeworfen, also immer nur das zuzugeben, was öffentlich bekannt wird oder droht bekannt zu werden. Wulff steht seit Mitte Dezember wegen seiner Kredite für den Kauf eines Eigenheimes in seiner Zeit als niedersächsischer Ministerpräsident in der Kritik. Eine neue Dimension erhielt der Fall, nachdem bekannt wurde, dass der Bundespräsident persönlich durch einen Anruf bei 'Bild'-Chefredakteur Kai Diekmann versucht hat, die erste Veröffentlichung der Zeitung zu den Krediten am 13. Dezember zu verhindern.
Soll Christian Wulff zurücktreten?

 

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Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) ließ über einen Regierungssprecher mitteilen, dass sie weitere Erklärungen des Staatsoberhaupts erwarte. Die Kanzlerin habe volles Vertrauen darin, dass der Bundespräsident alle anstehenden Fragen umfassend beantworten werde, sagte der stellvertretende Regierungssprecher Georg Streiter. Er bekräftigte, dass Merkel die Arbeit des Präsidenten außerordentlich schätze. Daran habe sich nichts geändert.
Die Kanzlerin hatte Wulff bereits vor Weihnachten ihr Vertrauen ausgesprochen. In der Union gibt es aber massive Verärgerung über das Krisenmanagement des Präsidenten. Rücktrittsforderungen gibt es jedoch kaum. Eine erneute Präsidentenwahl wird als größeres Risiko eingeschätzt als der Verbleib des angeschlagenen Amtsinhabers.
Nach Informationen der ARD will Wulff nicht zurücktreten. Das meldete das ARD-Morgenmagazin unter Berufung auf zuverlässige Quellen in der Umgebung des Staatsoberhauptes. Der Bundespräsident war am Morgen aus dem Weihnachtsurlaub in seinen Amtssitz in Berlin zurückgekehrt. Seinen ersten öffentlichen Termin im neuen Jahr wird er am 6. Januar mit dem Empfang der Sternsinger in seinem Amt wahrnehmen.
Der Ruf nach einer erneuten Stellungnahme des Präsidenten wurde in den letzten Tagen immer lauter. Der Fraktionschef der FDP im schleswig-holsteinischen Landtag, Wolfgang Kubicki, drängte das Staatsoberhaupt erneut zu einer raschen Erklärung in eigener Sache: "Herr Wulff hat nicht mehr viel Zeit für eine Stellungnahme zu den neuen Vorwürfen. Wir reden nicht über Wochen, sondern über wenige Tage, die ihm noch bleiben", sagte Kubicki der 'Passauer Neuen Presse'.

Teil 2: Roth sieht Wulff als Problem für Merkel

  • FTD.de, 04.01.2012
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