FTD.de » Politik » Deutschland » Wulff lehnt Rücktritt ab

Merken   Drucken   04.01.2012, 18:20 Schriftgröße: AAA

Präsident in Bedrängnis: Wulff lehnt Rücktritt ab

Der Niedersachse will dem Trommelfeuer der Kritik standhalten und deutsches Staatsoberhaupt bleiben. Den Drohanruf bei "Bild"-Chefredakteur Diekmann begründet er mit einer Schutzfunktion für seine Familie.   "Es gibt auch Menschenrechte - selbst für Bundespräsidenten."
© Bild: 2012 DPA/DPA/Bildfunk/Wolfgang Kumm
Der Niedersachse will dem Trommelfeuer der Kritik standhalten und deutsches Staatsoberhaupt bleiben. Den Drohanruf bei "Bild"-Chefredakteur Diekmann begründet er mit einer Schutzfunktion für seine Familie. "Es gibt auch Menschenrechte - selbst für Bundespräsidenten."
Bundespräsident Christian Wulff lehnt einen Rücktritt ab. In einem Interview von ARD und ZDF räumte er am Mittwoch erneut Fehler ein und bedauerte den Drohanruf beim Springer-Verlag. "Ich nehme meine Verantwortung gerne wahr", sagte das Staatsoberhaupt. Er übe sein Amt mit Freude aus und wisse, dass er nichts Unrechtes getan habe.
Wulff räumte ein, der Anruf bei "Bild"-Chefredakteur Kai Diekmann sei "ein schwerer Fehler" gewesen, der ihm leid tue, für den er sich auch entschuldigt habe. Diekmann habe die Entschuldigung ja auch angenommen. Er habe bei dem Anruf erfragt, ob der Artikel über seine Hausfinanzierung um einen Tag verschoben werden könne.
Soll Christian Wulff zurücktreten?

 

Soll Christian Wulff zurücktreten?

Zum Ergebnis Alle Umfragen

Wulff bat darum, sein Vorgehen menschlich zu verstehen, auch vor dem Hintergrund der Belastungen seiner Familie. Er habe auch eine Schutzfunktion für seine Familie gesehen. "Es gibt auch Menschenrechte - selbst für Bundespräsidenten." Er habe einen Lernprozess durchmachen müssen. Der Wechsel vom Amt des Ministerpräsidenten in Niedersachsen zum Staatsoberhaupt sei sehr schnell gegangen.
Auf den Vorwurf, er informiere die Öffentlichkeit nur per Salamitaktik, erwiderte Wulff, die etwa 400 Anfragen von Journalisten seien von seinem Anwälten umfassend, nach bestem Wissen und Gewissen, beantwortet worden. Da die Anfragen scheibchenweise hereingekommen seien, könnten diese nur scheibchenweise beantwortet werden. Am morgigen Donnerstag sollen laut Wulff alle Details im Internet veröffentlicht werden.
Wenige Stunden vor dem Statement Wulffs hatte Kanzlerin Angela Merkel (CDU) von dem Bundespräsidenten ausführliche Erklärungen zu neuen Vorwürfen verlangt. Die Regierungschefin habe "volles Vertrauen darin, dass der Bundespräsident auch weiterhin alle anstehenden Fragen umfassend beantworten wird", sagte der stellvertretende Regierungssprecher Georg Streiter. Merkel schätze die Arbeit des Staatsoberhauptes außerordentlich und habe dies öfters öffentlich erklärt. "Davon hat sie nichts zu widerrufen oder rückgängig zu machen."

Teil 2: "Die CSU steht zu diesem Bundespräsidenten"

  • FTD.de, 04.01.2012
    © 2012 Financial Times Deutschland,
Jetzt bewerten
Bookmarken   Drucken   Senden   Leserbrief schreiben   Fehler melden  

Den Parameter für die jeweilige Rubrik anpassen: @videoList
  • Pläne zur Einlagensicherung: Für die Kanzlerin ein Angebot zur Güte

    Die Bundeskanzlerin lehnt Eurobonds kategorisch ab. Vielleicht könnte sie den Plänen zu einer europäischen Einlagensicherung eher zustimmen? Das Vertrauen in die Banken würde steigen. mehr

  •  
  • blättern
Tweets von FTD.de Politik-News

Weitere Tweets von FTD.de

  26.05. Der Test zu Pfingsten Kennen Sie sich mit Feiertagen aus?

Wann gilt ein bundesweites Tanzverbot? Existiert ein offizieller Vatertag? In Deutschland gibt es viele gesetzliche und kirchliche Feiertage: Was wissen Sie darüber?

An welchem Feiertag gilt ein gesetzliches Tanzverbot in Deutschland?

Der Test zu Pfingsten: Kennen Sie sich mit Feiertagen aus?

Alle Tests

FTD-Wirtschaftswunder Weitere FTD-Blogs

alle FTD-Blogs

Newsletter:   Newsletter: Eilmeldungen Politik

Ob Regierungsauflösung oder Umfragehoch für die Linkspartei - erfahren Sie wichtige Politik-Nachrichten, sobald sie uns erreichen.

Beispiel   |   Datenschutz
 



DEUTSCHLAND

mehr Deutschland

EUROPA

mehr Europa

INTERNATIONAL

mehr International

KONJUNKTUR

mehr Konjunktur

 
© 1999 - 2012 Financial Times Deutschland
Aktuelle Nachrichten über Wirtschaft, Politik, Finanzen und Börsen

Börsen- und Finanzmarktdaten:
Bereitstellung der Kurs- und Marktinformationen erfolgt durch die Interactive Data Managed Solutions AG. Es wird keine Haftung für die Richtigkeit der Angaben übernommen!

Über FTD.de | Impressum | Datenschutz | Disclaimer | Mediadaten | E-Mail an FTD | Sitemap | Hilfe | Archiv
Mit ICRA gekennzeichnet

VW | Siemens | Apple | Gold | MBA | Business English | IQ-Test | Gehaltsrechner | Festgeld-Vergleich | Erbschaftssteuer
G+J Glossar
Partner-Angebote