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Merken   Drucken   12.10.2009, 16:48 Schriftgröße: AAA

Privatisierungswelle: Deutsche heiß auf russische Staatsbetriebe  

In den vergangenen Jahren hat der russische Staat seine Kontrolle über eine Reihe von Konzernen ausgebaut. Das erste Haushaltsdefizit seit zehn Jahren wird die Russen wohl zum Verkauf einiger davon zwingen - worauf die deutsche Wirtschaft nur wartet. von Verena Diethelm, Moskau
Die deutsche Wirtschaft möchte bei der neuen Privatisierungswelle in Russland zum Zug kommen. "Wir werden versuchen, daraus eine deutsch-russische Initiative zu machen", sagte Klaus Mangold, der Vorsitzende des Ost-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft, in Moskau.
Die deutsche Wirtschaft möchte bei der neuen Privatisierungswelle in Russland zum Zug kommen. "Wir werden versuchen, daraus eine deutsch-russische Initiative zu machen", sagte Klaus Mangold, der Vorsitzende des Ost-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft, in Moskau. Die vom Ersten Vizepremier Igor Schuwalow angekündigte Privatisierungsinitiative werde für den Ost-Ausschuss zur Priorität. Allerdings blieben viele Fragen offen.
Das erste Haushaltsdefizit seit zehn Jahren zwingt Russland zum Umdenken in der Wirtschaftspolitik. Im laufenden Jahr wird das Defizit mehr als 3200 Mrd. Rubel (71,8 Mrd. Euro) erreichen. Auch 2010 wird es nur leicht auf 2900 Mrd. Rubel oder 6,8 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) zurückgehen. Das Loch soll nun zum Teil über Beteiligungsverkäufe finanziert werden. "Wir müssen die Staatskasse füllen. Mit den Einnahmen aus der Privatisierung wird das Haushaltsdefizit gedeckt", sagte Schuwalow.
Die Initiative ist eine wirtschaftspolitische Kehrtwende. In den vergangenen Jahren hatte der Staat seine Kontrolle über die Wirtschaft kontinuierlich ausgebaut. Vor allem in strategisch wichtigen Branchen wie dem Energie-, dem Rüstungs- und dem Automobilsektor wuchs der Einfluss. Laut Analysten sind 60 Prozent der Unternehmen in staatlicher Hand. Allein die Staatsholding Rostechnologii des Putin-Vertrauten Sergej Tschemesow sammelte 500 Beteiligungen, darunter an den Fahrzeugherstellern Awtowas und Kamas sowie am Titanhersteller VSMPO-Avisma.

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