Gabriele Pauli, die für die Freien Wähler (FW) direkt gegen Ministerpräsident Günther Beckstein (CSU) angetreten war, erreichte 7,3 Prozent. Zuletzt hatten die Freien Wähler im Wahlkreis Nürnberg Nord allerdings nur 1,5 Prozent der Stimmen erreicht. Beckstein verteidigte den Stimmbezirk trotz schwerer Stimmverluste. Er kam nach dem vorläufigen Endergebnis auf 40,0 Prozent der Erststimmen - nach 50,7 Prozent im Jahr 2003. Die CSU erreichte in Becksteins Wahlkreis 38,6 Prozent nach 49,1 Prozent vor fünf Jahren.
Auf der FW-Bezirksliste kandidierte Pauli zwar nur auf Platz acht, sie erwies
sich jedoch in allen ausgezählten Stimmkreisen als "Zweitstimmen-Königin". Im Rennen um eines der beiden Listenmandate lag Pauli damit am Montagnachmittag klar vorne. Nach Auszählung von sieben der zwölf Stimmkreise hatte sie 26.331 Stimmen - mehr als doppelt so viel wie die zweit- und drittplatzierten Kandidaten der Freien Wähler, die 12.514 und 10.782 Stimmen hatten. Ein Listenmandat ist ihr damit so gut wie sicher.
Pauli hatte 17 Jahre lang eher unauffällig als Landrätin in Fürth gewirkt, bevor sie sich mit ihrer Kritik an Ministerpräsident Edmund Stoiber und Bespitzelungsvorwürfen gegen die Münchner Staatskanzlei bundesweite ins Rampenlicht und in zahlreiche Talkshows setzte. Ihr wurde in der CSU die Rolle der "Königsmörderin" zuteil: Pauli löste die CSU-Führungskrise aus, die Mitte Januar 2007 in der Rücktrittsankündigung Stoibers gipfelte.
Stoibers Sohn Dominic legte einen glatten Start auf dem Weg zu einer Polit-Karriere hin. Im
heimatlichen Wahlkreis Bad Tölz-Wolfratshausen holte der 28-Jährige bei der Bezirkstagswahl 41,1 Prozent der Erststimmen und gewann damit für die CSU das Direktmandat.