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Merken   Drucken   23.08.2005, 10:00 Schriftgröße: AAA

Punktsieg dank Körpersprache  

Ein wenig steif und verkniffen steht er da, der Bundeswirtschaftsminister, als erwarte er einen schwierigen TV-Auftritt. Peter Müller dagegen, Wolfgang Clements neuer Widerpart im Wahlkampf, wiegt sich locker in den Knien. von Birgit Marschall, Berlin
Der saarländische Ministerpräsident sieht zwar nicht so elegant aus wie Clement in seinem dunkelblauen Anzug, doch er doziert so selbstsicher, als wisse er genau, dass er der Bessere sein wird.
Es ist das erste Streitgespräch der beiden Montagabend in der Live-Sendung "WISO spezial" im ZDF. Jüngere Studiogäste bekommen in den gut 25 Minuten Gelegenheit, den Politikern mit Fragen nach ihren Rezepten gegen die Arbeitslosigkeit auf den Zahn zu fühlen. Die Sendung hat Servicecharakter für die Wähler, sie bleibt also insgesamt harmlos.
Trotzdem wirkt der amtierende Wirtschaftsminister angespannt. Er hat den schwereren Stand, denn er muss ja erklären, warum trotz aller Hartz-Reformen noch immer über 4,7 Millionen Menschen keine Arbeit haben. Clement beginnt damit, dass die Union falsch liege, wenn sie behaupte, die Lohnnebenkosten seien das Problem. "Wir wären nicht Exportweltmeister, wenn das alles so schlimm wäre", knarzt er. In Wahrheit habe Deutschland derzeit ein Nachfrageproblem und deshalb sei auch die Logik der Union, die Mehrwertsteuer zu erhöhen, um mit den Mehreinnahmen die Lohnnebenkosten zu senken, schlicht "absurd".
Doch Müller kann locker kontern, die Erfolge sind bisher ausgeblieben. "Die Regierung ist beim Thema Arbeit gescheitert." Den Kündigungsschutz will er lockern für Neueinstellungen. "Es wird niemandem etwas genommen, es werden nur Chancen geschaffen", ruft er und macht eine einladende Geste. Die Studiogäste hat er damit auf seiner Seite.
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