Bewertung der Rahmenbedingungen
Bei den Rahmenbedingungen für Gründer schnitt Deutschland mit wenigen Ausnahmen schwach ab. Nur bei den öffentlichen Förderprogrammen landete Deutschland auf Rang vier. Bei den Finanzierungsbedingungen setzte sich der Abwärtstrend der vergangenen Jahre fort. Die Experten bemängeln, dass es an der Verfügbarkeit von Eigen- und Risikokapital hapert. Deutschland landete nur auf Platz 22, unter den Industriestaaten erzielten nur Slowenien und Spanien noch schlechtere Werte.
Neben diesen harten Faktoren machten die Autoren der Studie auch die Mentalität der Deutschen für das schlechte Gründungsklima verantwortlich. "Bei der Wertschätzung des Unternehmertums und der Bereitschaft zur Übernahme von Risiken haben wir in Deutschland noch Nachholbedarf", sagte IAB-Vizedirektor Ulrich Walwei. Das Thema Unternehmertum und Selbstständigkeit müsste als Unterrichtsstoff bereits in der Schule behandelt werden.
Angst und Pessimismus seien weitere Faktoren, die den Schritt in die Selbstständigkeit erschwerten. Im Vergleich zu anderen Ländern würden die Chancen einer Gründung in Deutschland viel pessimistischer beurteilt, sagte Wirtschaftswissenschaftler Rolf Sternberg von der Universität Hannover. "Scheitern wird in Deutschland als Stigma betrachtet", sagte auch Walwei. Die Aussicht auf eine zweite Chance sei sehr gering.