Georg Ratzinger, der Bruder des neugewählten Papstes Benedikt XVI.
Im ARD-Morgenmagazin sagte der 83-Jährige am Mittwoch in Regensburg, er sei "zunächst sehr erschrocken". Denn er habe geglaubt, dass das hohe Alter und die Gesundheit seines 78 Jahre alten Bruders ein Grund gewesen wären, einen anderen Kandidaten zu suchen. Nun aber sei er gewählt und müsse, "in Gottes Namen so arbeiten, dass es zum Segen der Kirche ist".
Georg Ratzinger fürchtet nämlich um die Gesundheit seines Bruders. "Ich hoffe, dass seine Gesundheit stand hält", sagte der 81 Jahre alte Prälat am Mittwoch im WDR. Ratzinger wirkte lange Jahre als Domkapellmeister in Regensburg und leitete den berühmten Chor der Regensburger Domspatzen.
Die Wahl seines Bruders zum Papst sei keine uneingeschränkte Freude. "Ich war geschockt, das ist richtig, aber es hat sich in der Nacht etwas gesetzt, auch wenn es immer noch über das Normale weit hinausreichend ist", sagte er. Die große Verantwortung, das Übermaß an Arbeit und das Verlorengehen persönlicher Kontakte zählten zu den Schattenseiten des Amtes. Manche gängige Beschreibung des bisherigen Kardinals stimme nicht. "Es ist eine reine Mär, dass er hart ist."
Noch kein Kontakt zum Papst
Er habe seit der Entscheidung des Konklaves noch keinen Kontakt mit seinem Bruder gehabt. Doch hoffe er, dass es in den nächsten Tagen dazu kommen werde. Offiziell über die Papstwahl informiert worden sei er nicht, doch habe man das auch nicht erwarten können.
In den vergangenen Jahren war Georg Ratzinger immer über Pfingsten zu seinem Bruder nach Rom gefahren. Auch für dieses Jahr sei eine Romreise über die Feiertage geplant.
Georg Ratzinger sagte weiter, im Verhältnis zu seinem Bruder würden die Gemütslage und Verbundenheit dieselbe bleibe. Der Kontakt werde aber sicher seltener werden, und das Zusammensein werde reduziert sein. Ansonsten hoffe er, dass der Sturm der Medien bald nachlassen und der Alltag wieder einkehren werde, fügte der Bruder von Papst Benedikt XVI. hinzu.