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Merken   Drucken   02.07.2008, 10:11 Schriftgröße: AAA

Raumfahrt: Mission Impossible zum Mond  

Die Pläne Deutschlands für eine Erkundungsmission zum Mond mit einer unbemannten Sonde werden nicht wie geplant realisiert. Grund ist die Haushaltslage des Bundes. von Gerhard Hegmann (München) und Birgit Marschall (Berlin)
Der Präsident der Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR), Johann-Dietrich Wörner, bestätigte am Dienstag auf Anfrage, dass er vom Finanzministerium Hinweise erhalten habe, "dass die angeforderten Mittel nicht in der Höhe kommen werden, die wir brauchen".
Dennoch sieht Wörner damit noch nicht das Aus für das 350 Mio. Euro-Projekt. "Zunächst müssen wir den Kabinettsbeschluss abwarten. Ich habe die Hoffnung noch nicht aufgegeben. Ich sehe nach wie vor Chancen, wenn wir das Konzept anpassen."
Mit der Mondmission will sich Deutschland als Raumfahrtnation stärker positionieren. Geplant war, dass ab 2012 eine Sonde den Mond für wissenschaftliche Zwecke umkreist. Das Raumfahrtunternehmens EADS-Astrium wurde bereits als Projektführer ausgewählt - der Bremer Konkurrent OHB sollte einen erheblichen Unterauftrag erhalten.
Wie sich jetzt aber zeigt, erhalten die Raumfahrer von der Regierung allenfalls einen Bruchteil dessen, was sie benötigen. Beantragt hatten sie bei Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU) insgesamt 350 Mio. Euro für die vier Jahre von 2009 bis 2012. Doch im Finanzplan für die Jahre 2010 bis 2012 stehen im Glos-Etat nur 190 Mio. Euro zusätzlich zur Verfügung - für die gesamte Raumfahrtforschung.
Von der Mondmission ist im Etatentwurf, der am Mittwoch vom Bundeskabinett verabschiedet wird, denn auch keine Rede. Die 190 Mio. Euro, die Glos zusätzlich für die Raumfahrtforschung bekommt, sichern "die Finanzierung für den Aufbau eines Leistungszentrums ,Automation und Robotik' beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt", heißt es dort.
Ohnehin hatte die Regierung das Projekt nur halbherzig unterstützt. Wirtschaftsminister Glos zeigte sich zwar offen, wollte das Thema in den Verhandlungen mit Finanzminister Peer Steinbrück (SPD) aber nicht ausreizen.
In der SPD stießen die Mondfahrer ohnehin von Anfang an auf taube Ohren. "Es genügt, wenn die Amerikaner den Weltraum erobern wollen", sagte der haushaltspolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Carsten Schneider zu den Plänen.

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