Die mutmaßlichen Mitglieder der Nazizelle Beate Zschäpe, Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos (v.l.r.)
Spitzname "Kleiner Adolf"
Damit entwickelt sich die Affäre zu einem Geheimdienstskandal. Bislang stand fest, dass die rechte Szene, in der sich Uwe Mundlos, Uwe Böhnhardt und Beate Z. vor ihrem Untertauchen bewegt hatten, von V-Leuten des Verfassungsschutzes durchsetzt war. Nun scheint auch ein fester Mitarbeiter involviert. Führende Politiker aller Parteien forderten deshalb eine Überprüfung der Arbeit der Behörde.
Die "Bild"-Zeitung hatte berichtet, der Verfassungsschützer sei bei sechs der neun Morde in der Nähe des Tatorts gewesen. Oppermann bestätigte dies nur für einen Fall 2006 in Kassel. "Dieser Mann hat eine offenkundig stark rechte Gesinnung." Mittlerweile sei er suspendiert und arbeite für eine Bezirksregierung in Hessen. Unklar ist, warum der Mann weiter im Staatsdienst steht. Die Mainzer "Allgemeine Zeitung" berichtet, er trage in seinem Heimatort den Spitznamen "Kleiner Adolf". Bei der Durchsuchung seiner Wohnung nach dem Mord in Kassel seien Waffen und Auszüge aus "Mein Kampf" gefunden worden. Die Mordserie riss danach ab.