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Merken   Drucken   23.06.2009, 15:41 Schriftgröße: AAA

Reform der Großen Koalition: Schlechte Noten für Gesundheitspolitik  

Nach der Reform des Systems fühlt sich die Hälfte der Deutschen schlechter versorgt. Zudem bezweilfelt die Mehrheit den Nutzen des neuen Gesundheitsfondst. Viele Patienten fühlen sich schlecht informiert. von Angelika Dehmel (Berlin)
"Die Versichertenbefragung 2009 zeigt deutlich, dass die Versicherten weit überwiegend nicht an Verbesserungen ihrer gesundheitlichen Versorgung glauben", sagte Andreas Köhler von der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) gestern in Berlin. Die Forschungsgruppe Wahlen hatte für die KBV im März rund 2000 Bundesbürger befragt.
Das Herzstück der Reform, der Gesundheitsfonds, ist seit Januar in Kraft. Die Krankenkassen bekommen nun eine Grundpauschale für jeden Versicherten. Ebenfalls neu ist der sogenannte morbiditätsorientierte Risikostrukturausgleich. Hierbei wird die Krankheitshäufigkeit bezogen auf eine bestimmte Bevölkerungsgruppe angegeben.
Die Kassen bekommen für Versicherte, die zu diesen Gruppen gehören, mehr Geld aus dem Fonds. Dies soll für gerechten Wettbewerb zwischen den Kassen sorgen. Doch der Fond hat bereits viel Kritik kassiert. So forderte der Deutsche Ärztetag Ende Mai, der Fonds müsse grundsätzlich neu überdacht werden.
Der Nutzen des Gesundheitsfonds wird auch von den Befragten angezweifelt: Eine Mehrheit von 51 Prozent befürchtet durch ihn eine schlechtere gesundheitliche Versorgung. Mit Verbesserungen rechnen gerade einmal fünf Prozent der Befragten.
Trotzdem sprach sich der KBV-Vorsitzende Köhler für den Fonds aus. Er sei ein Schutz vor gesetzlichen Sparmaßnahmen in der Wirtschaftskrise: "Letztlich hat man damit die Garantie, dass 30,6 Mrd. Euro im Fonds für die ambulante ärztliche Versorgung bereitliegen." Allerdings sehe die Ärzteschaft den Fonds ähnlich skeptisch wie die Bevölkerung, so der KBV-Chef.

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