SPD und Grüne signalisierten grundsätzlich Zustimmung. Mit der Amtsübernahme von de Maizière seien "Sachlichkeit und Vernunft" zurückgekehrt, sagte der verteidigungspolitische Sprecher der SPD, Rainer Arnold. Die Bundeswehr leiste eine gute Arbeit "auf einem Niveau, das sich sehen lassen kann". Aber die Reform sei nötig. Arnold forderte eine klare Aussage von de Maizière über die genaue Finanzierung der Bundeswehrreform. Das von der Regierung aufgelegte Sparziel von 8,3 Mrd. sei nicht realisierbar, betonte er.
De Maizière habe bei seinem öffentlichen Auftritt in der vergangenen Woche nicht dargelegt, wie sich dieses "fiskalische Loch" auflösen werde. Er habe stattdessen nur über sein gutes Verhältnis zu Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) gesprochen. "Das reicht aber nicht, finanzieren sie die Bundeswehrreform seriös", sagte Arnold. Zudem forderte der SPD-Verteidigungsexperte ein "Attraktivitätsprogramm" für Freiwillige.
Grüne fordern noch weniger Soldaten
Auch der Fraktionsvorsitzende der Grünen,
Jürgen Trittin , lobte den Auftritt de Maizières. Das "Schaulaufen" seines Vorgängers Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) sei beendet. Inhaltlich unterstützte der Grünen-Politiker die Abschaffung der Wehrpflicht, forderte aber eine weitere Reduzierung der Streitkräfte auf 160.000 Soldaten. Die Art der Konflikte weltweit habe sich verändert, viele Krisenherde seien heute kein Kampf zweier hochgerüsteter Armeen mehr. Eine verschlankte Bundeswehr könne der internationalen Verantwortung Deutschlands besser gerecht werden.
De Maiziere stellte ins Zentrum seiner Regierungserklärung ausdrücklich die Begründung, wann und wie die Bundeswehr künftig im Ausland eingesetzt werden solle. Wichtig sei, sich über die nationalen Interessen im Klaren zu sein und sich zu diesen offen zu bekennen. Daneben gebe es bei der Abwägung über einen Einsatz der Bundeswehr aber auch internationale Aufgaben und Bündnisverpflichtungen. "Deutschland ist bereit, als Ausdruck nationalen Selbstbehauptungswillens und staatlicher Souveränität zur Wahrung seiner Sicherheit das gesamte Spektrum nationaler Handlungsinstrumente im Rahmen des Völkerrechts einzusetzen."