Nicht nur in zahlreichen TV-Dokumentationen fangen Deutsche in der Ferne ein neues Leben an: Laut Migrationsbericht 2007 erreichte die Zahl der Auswanderer den höchsten Stand seit einem halben Jahrhundert. Bei der Zuwanderung nach Deutschland sieht es anders aus.
Im vergangenen Jahr wurde mit 161.105 Auswanderungen der höchste Stand seit mehr als 50 Jahren erreicht. Das geht aus dem Migrationsbericht 2007 hervor, der am Mittwoch in Berlin vom Kabinett beschlossen wurde. Insgesamt verließen 636.854 Menschen Deutschland, darunter 475.749 Ausländer. Nach Deutschland kamen 680.766 Menschen, davon 574.752 Ausländer. Der Anteil ausländischer Staatsangehöriger liegt den Angaben zufolge konstant bei 8,8 Prozent.
Die Mobilität innerhalb der Europäischen Union bleibt hoch. Fast 60 Prozent der zugezogenen Personen seien aus der EU nach Deutschland gekommen, bei den Auswanderungen sei mit etwas mehr als 50 Prozent das Ziel ein anderer EU-Mitgliedsstaat gewesen. Nach dem EU-Beitritt von Bulgarien und Rumänien am 1. Januar 2007 sei ein deutlicher Anstieg der Zugewanderten aus diesen Ländern feststellbar.
58 Prozent der in Deutschland lebenden Ausländer dürfen für immer im Land bleiben. Der seit 1993 anhaltende Rückgang bei Asylantragstellern setzte sich weiter fort, 2007 beantragten nur noch 19.000 Menschen Asyl. Durch den Asylkompromiss von 1993 war das Recht auf Aufnahme wegen politischer Verfolgung deutlich eingeschränkt worden.
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