Die Mainzer Staatskanzlei hat Spekulationen über einen baldigen Rücktritt des rheinland-pfälzischen Ministerpräsidenten Kurt Beck (SPD) zurückgewiesen. Regierungssprecherin Monika Fuhr sagte am Mittwoch, ein Rücktritt des 63-Jährigen stehe derzeit nicht zur Debatte. "Kurt Beck hat immer wieder betont, dass er für diese Legislaturperiode gewählt ist und sein Amt auch entsprechend ausüben wird - vorausgesetzt, seine Gesundheit lasse dies zu. Und das ist der Fall", sagte Fuhr.
Wie die Zeitung "Der Tagesspiegel" berichtet, will Beck "noch im Mai, voraussichtlich sogar bis Mitte des Monats" das Amt abgeben. Sicher sei, dass Beck Innenminister Roger Lewentz (SPD) vorschlagen werde. Der rheinland-pfälzische SPD-Generalsekretär Alexander Schweitzer sagte: "Da ist nichts dran. Solche Pläne und eine solche Absicht gibt es nicht."
Beck ist Deutschlands dienstältester Ministerpräsident und seit 1994 im Amt. Er hat bereits Gespräche mit möglichen Nachfolgern geführt. Beck hatte im Dezember 2011 gesagt: "Solange ich bei guter Gesundheit weiterarbeiten kann, will ich das gerne bis 2016 tun." Allerdings gab es Gerüchte über zwischenzeitliche gesundheitliche Probleme.
Lewentz gilt innerhalb der SPD derzeit als aussichtsreichster Kronprinz - vor Fraktionschef Hendrik Hering. Bildungsministerin Doris Ahnen werden geringere Chancen eingeräumt. Auf einem SPD-Landesparteitag soll in diesem Jahr eine neue Spitze gewählt werden. Der Termin ist offen.
Roger Lewentz ist 49 Jahre alt und seit 2011 Ressortchef für Inneres. Vorher war der gebürtige Lahnsteiner fünf Jahre lang dort Staatssekretär. Seine Karriere ähnelt der von Beck. Auch er hat seine Berufstätigkeit nach mittlerer Reife als Zivilangestellter bei der Bundeswehr begonnen und ist dann in der SPD aufgestiegen.