"Die Union sollte die Fahne übernehmen und sagen, das machen wir", sagte Rogowski der Financial Times Deutschland. Auch wenn das Konzept noch einige Schwächen habe und für sich allein keinen einzigen neuen Arbeitsplatz schaffe, bringe es endlich Bewegung in den Arbeitsmarkt, sagte der BDI-Chef. "Wenn wir Bewegung am Arbeitsmarkt haben wollen, müssen wir dem Hartz-Konzept eine Chance geben." Notwendig sei, es "schnell und ohne Abstriche umzusetzen". Um Kritikern den Wind aus den Segeln zu nehmen, könne es befristet werden. "Wir können es zunächst für drei Jahre befristet umsetzen und dann überprüfen", sagte Rogowski. Er warnte davor, die Reform schlecht zu reden.
Rogowski fordert aber auch von den Sozialdemokraten, die Vorschläge schnell umzusetzen: "Wir erleben schon wieder die Zerfledderer am Werk und am Schluss bleibt dann außer einer Rauchwolke nichts übrig". Er unterstützte die Forderung der FDP, dies noch in der Sommerpause anzugehen. Der BDI-Präsident hält es allerdings für "illusorisch, dass mit dem Hartz-Konzept alleine die Arbeitslosigkeit in drei Jahren halbiert werden kann". Dazu bedürfe es eines Paradigmenwechsels hin zu Wachstum statt Umverteilung - und Reformen zur Senkung der Arbeitskosten.
Ihn treibe die Sorge, dass Regierung und Union sich im Wahlkampf nicht an Reformen trauen würden, sagte Rogowski. "Ich bin mir nicht sicher, dass die Union mit der notwendigen Kraft an Reformen geht", sagte er. Gleiches gelte für die Regierung, die "unter dem starken, rückwärts gewandten Einfluss der Gewerkschaften" stehe.