Wissenschaftsministerin Annette Schavan droht den Ländern damit, dass der Bund Geld zurückfordern könnte
"Ich kann an die Länder und die Hochschulen nur appellieren, mit dem Hochschulpakt jetzt schnell die Studienkapazitäten auszubauen", sagte Schavan der FTD. Nach neuen Daten des Statistischen Bundesamtes sank die Zahl der Studienanfänger in diesem Herbst um 3,5 Prozent. Der Trend weg vom Studium ist eine Blamage für die Politik. Seit Jahren erklären Bund und Länder, mehr Schulabsolventen zu einem Studium bewegen zu wollen. Doch das Gegenteil ist der Fall.
Um ihre Haushalte zu konsolidieren, sparen viele Länder beim Lehrpersonal an Hochschulen. Im Gegenzug belegen die Hochschulen ihre Studiengänge mit einem Numerus Clausus, sodass nur noch sehr gute Schulabgänger einen Studienplatz erhalten. Unterm Strich nehmen so nicht immer mehr, sondern immer weniger Schüler ein Studium auf.
Studienanfängerquote nur noch bei 35,5 Prozent
Zum Wintersemester 2006 schrieben sich hierzulande knapp 344.000 Schulabgänger an Unis und Fachhochschulen ein. Gemessen an der gleichaltrigen Bevölkerung sank die sogenannte Studienanfängerquote auf 35,5 Prozent. 2003 lag sie noch bei 38,9 Prozent. Insgesamt gab es in Deutschland 1,979 Millionen Studenten. Bund und Länder peilen aber eine Studienanfängerquote von 40 Prozent an, was im internationalen Vergleich immer noch eher niedrig ist.
"Wichtigster Grund für den Rückgang ist der anhaltende Trend an den Hochschulen, den Zugang zu Studiengängen zu beschränken", sagte Schavan. Einen Zusammenhang mit der Einführung von Studiengebühren in einigen Bundesländern stritt sie dagegen ab. Der Rückgang falle etwa in Sachsen mit minus 13 Prozent besonders hoch aus, das Erststudium sei hier aber nach wie vor gebührenfrei.