Inmitten der schwersten Krise seit Jahrzehnten haben die Bürger über eine neue Bundesregierung entschieden. Mit welchem Personal wird Schwarz-Gelb künftig regieren und wie sortiert sich die Opposition? FTD.de berichtet rund um die Bundestagswahl 2009.
22:17 Bei Anne Will diskutiert die Runde das Gesehene nun aus. "Beides schwache Besetzungen", sagte gerade Claus Peymann, Intendant des Berliner Ensembles über Merkel und Steinmeier. Der bekennende Linke wünscht sich angesichts der Auftritte gar Nicolas Sarkozy oder Silvio Berlusconi herbei. Das werden Edmund Stoiber (CSU) und Klaus Wowereit (SPD) sicher gleich zurückweisen.
Hinter den Kulissen des Duell-Studios versuchen derweil Vertreter beider Parteien die anwesenden Journalisten von ihrer Sicht der Dinge zu überzeugen. Auch die FTD-Redakteure Claudia Kade und Peter Ehrlich waren vor Ort. Ihren Bericht vom Duell und seinem Nachspiel lesen sie in Kürze auf FTD.de. Der Duellticker verabschiedet sich und wünscht noch einen schönen Abend.
22:06 Jetzt erste Einschätzung der Demoskopen. Jörg Schönbohm präsentiert Umfragezahlen, die nach den ersten 45 Minuten erhoben wurden. Demnach hatte Steinmeier insgesamt die Nase vorn: 42 Prozent fanden ihn überzeugender, 32 Prozent Merkel. Die wirkte dafür deutlich kompetenter. Bei den Sympathiewerten nahezu Gleichstand.
22:01 Das war's. Erstes Blitzfazit aus der FTD-Redaktion. Ein überraschend lebendiges Duell ohne große Patzer bei beiden Kandidaten. Steinmeier wirkte insbesondere beim Thema Finanzmarktregulierung sicherer. Merkel mit dem persönlicheren Schlussstatement, insgesamt wie zu erwarten betont präsidial.
22:00 Schlussstatement Merkel: Zunächst Dank, dann Lob der Konsensorientierung. Das "Verbindende" habe immer im Vordergrund gestanden in den letzten Jahren. Ebenfalls Versprechen der Krisenlösung und ein großes Versprechen: "Ich glaube, dass Arbeit für alle möglich ist". Bitte um beide Stimmen, keinerlei Erwähnung der FDP.
21:58 Schlussstatement Steinmeier: Es sei keine Schicksalswahl für die Parteien, sondern fürs Land in Krisenzeiten. Unter Schwarz-Gelb würden die Verantwortlichen für die Krise nicht zur Verantwortung gezogen. Gleich zweifach erwähnt er außerdem den Ausstieg aus der Atomkraft.
21:57 Auch Steinmeier geht noch mal die Moderatoren an. Er unterstellt ihnen klammheimliche Freude über schwindende Unterstützung für beide Volksparteien.
21:55 Man nähert sich den Schlussstatements. Plasberg fragt nach der "Tigerenten"-Koalition Schwarz-Gelb. Wer sei Tiger und wer Ente? Merkel verbittet sich Späße zu so ernsten Themen.
21:53 Aber die Linken durften doch auch SPD-Bundespräsidenten-Kandidatin Gesine Schwan unterstützen, sagt Merkel. Da sehe sie "einen Mangel an Glaubwürdigkeit."
21:52 Steinmeier wollte andeuten, die FDP könne eine ähnliche politische Zentrierung erleben, wie die Union seit dem Leipziger Programm. Doch dann kommt die Nachfrage nach Rot-Rot. Steht nur Oskar Lafontaine zwischen SPD und Linken? Klares Nein, sagt Steinmeier.
21:50 Ehestreit zum Beispiel bei den Koalitionsoptionen: Merkel wirft Steinmeier vor, zum einen Schwarz-Gelb zum Schreckgespenst zu machen, andererseits zu einer Koalition mit der FDP bereit zu sein.
21:46 Peter Limbourg vergleicht Merkel und Steinmeier mit einem alten Ehepaar. Gegen das Bild wehren sich natürlich beide. Falls es doch stimmt: Die letzten 76 Minuten haben doch eine Ahnung von Ehestreit vermittelt.
Teil 2: Merkel gibt die Keynesianerin