Schwäche der Volksparteien:Parteienforscher erwartet Fortsetzung der Großen Koalition
Der Mainzer Parteienforscher Jürgen Falter geht davon aus, dass Deutschland auch nach der Bundestagswahl 2009 weiter von einer Großen Koalition regiert wird. Dreierkoalitionen seien schwierig. von Claudia Kade, Birgit Marschall und Julian Heissler (Berlin)
"Ich rechne in der Tat wieder mit einer Großen Koalition", sagte Falter der FTD. "Dreierkoalitionen sind schwierig. Solange die SPD nicht mit der Linkspartei zusammenarbeiten will, gibt es keine Linkskoalition. Solange die Grünen nicht mit der FDP und der CSU können, gibt es kein Jamaika und die FDP wird wohl kaum riskieren, sind in einer Ampel zerreiben zulassen."
Die Notwendigkeit einer Großen Koalition ergibt sich laut Falter aus der Schwäche der Volksparteien. Er erwarte nicht, dass diese bei Wahlen noch zwischen 40 und 50 Prozent-Ergebnisse einfahren können. "In Zukunft werden sie sich mit 25 bis 35 Prozent zufrieden geben müssen", sagte der Parteienforscher. Grund dafür sei das sich immer weiter ausdifferenzierende Parteiensystem in Deutschland. Falter: "Wir sind auf dem Weg in ein Vielparteiensystem mit Klientel- und Themenparteien. In einem solchen System werden klassische Zweierkonstellationen kaum noch möglich sein."
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