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Jeder empfindet sich als Opfer von irgendwas, irgendwem. Gibt es keinen Täter mit Vor- und Zunamen, dann ist man zumindest ein Opfer des Staates, also das Opfer von allen anderen, mithin das Opfer seinerselbst...
Woran mag das liegen?
Vermutlich liegt es daran, dass man alles hat, alles bekommt (wenn man laut genug jammert), rundum versorgt und versichert ist. Also daran, dass einem nichts fehlt. Erbsenzählen ist auf Dauer langweilig, Risiken sind tabu, das könnte die Bequemlichkeit gefährden. Den Rest der Welt kennt man nur aus dem Fernseher, also aus dritter Hand von ebenso weltfremden Programm-"Gestaltern", und auch die liefern "Reality Shows" mit eingebauter Wegzapp-Garantie. Bestenfalls kennt man die Welt da draussen noch aus dem Ferienhotel mit Meerblick und Schlechtwetterversicherung.
"Daseinsvorsorge" führt zu Frustration:
Wenn die Müllabfuhr und die Abführpillen teurer werden, dann ist endlich mal was los, ist man endlich "Opfer", darf plärren wie ein verzogenes Kleinkind, dem ein Wunsch versagt wird; schlimmer noch: Ein "Anspruch"...
Schon mal überlegt, dass "Opfer" eigentlich "Verlierer" sind...?
Entwickelt sich Deutschland vor lauter Sozialstaatsopfern zu einem Land von Verlierern...?
PD: Der Grossteil meiner Familie lebt in Spanien, dort beobachte ich eine ähnlich erschreckende Entwicklung. Zum Glück ist das Land arm und kann sich diesen Luxus nicht lange leisten. Spanien hat nur kurze Zeit über seine Verhältnisse gelebt und schon ist es pleite. Aber die kurze Zeit hat ausgereicht, um aus dem Macho-Land ein Land von Weicheiern zu machen...