Ex-Finanzminister Steinbrück will wieder ausreiten
Rhetorisch fahren die Sozialdemokraten schwere Geschütze auf. Als "rechtlich dubios, lückenhaft und nachlässig" kritisierte Ex-Finanzminister Peer Steinbrück in der "Zeit" die Vereinbarung. In seiner Amtszeit wollte der SPD-Politiker die Kavallerie ausrücken lassen, um die Schweizer zur Räson zu bringen. Die Drohgebärde von damals hält er auch heute für berechtigt, weil die USA viel mehr erreicht hätten als die Bundesregierung. "Wenn die USA längst losgeritten sind, warum satteln wir nicht wenigstens unsere Pferde?", schrieb Steinbrück.
Trotz der Kraftmeierei ist die Debatte für die SPD nicht ganz einfach. Denn ohne das Abkommen würden Trickser in der Schweiz weiter ungeschoren davonkommen - vorausgesetzt, sie zeigen sich nicht selbst an oder tauchen nicht auf künftigen Steuersünder-CDs auf, die dem deutschen Fiskus zugespielt werden.
Die Forderung der SPD, Schäuble solle nachverhandeln, ist ziemlich unrealistisch. Schon jetzt dauerten die Verhandlungen Jahre, auf eine Aufdeckung der deutschen Anleger in der Schweiz wird sich das Land kaum einlassen, da dann der Finanzplatz Schweiz vollends unattraktiv würde. Genau auf diesem Dilemma werden Union und FDP herumreiten und argumentieren, mit ihrer Ablehnung schone die SPD Steuerhinterzieher, anstatt sie endlich regulär zur Kasse zu bitten.