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Merken   Drucken   13.12.2011, 10:43 Schriftgröße: AAA

Schwere Vorwürfe: Aufregung um Bericht über Privatkredit für Wulff

Den Bundespräsidenten holt seine Vergangenheit ein: Als niedersächsischer Ministerpräsident soll er einem Medienbericht zufolge bei einer Befragung geschäftliche Beziehungen verschwiegen haben - das Bundespräsidialamt weist die Behauptung zurück.
© Bild: 2011 Steffen Roth / Agentur Focus
Den Bundespräsidenten holt seine Vergangenheit ein: Als niedersächsischer Ministerpräsident soll er einem Medienbericht zufolge bei einer Befragung geschäftliche Beziehungen verschwiegen haben - das Bundespräsidialamt weist die Behauptung zurück.
Um Bundespräsident Christian Wulff gibt es Wirbel wegen eines Berichts der "Bild"-Zeitung über einen Privatkredit in seiner Zeit als niedersächsischer Ministerpräsident. Wie die Zeitung berichtet, soll er 2010 im Landtag auf die Frage nach einer Geschäftsbeziehung zu einem Unternehmer nicht angegeben haben, dass er und seine Frau Bettina von der Unternehmergattin ein Darlehen über eine halbe Million Euro erhalten hatten.
Zuvor soll das Ehepaar Wulff seinen Weihnachtsurlaub 2009 in der Florida-Villa des Unternehmers Egon Geerkens aus Osnabrück verbracht haben. Die Grünen-Landtagsfraktion fragte Wulff der Zeitung zufolge damals, ob er zu diesem geschäftliche Beziehungen unterhalten habe.
Daraufhin ließ Wulff im Landtag unter Hinweis auf Geerkens laut "Bild" erklären: "Zwischen Ministerpräsident Wulff und den in der Anfrage genannten Personen und Gesellschaften hat es in den letzten zehn Jahren keine geschäftlichen Beziehungen gegeben." Die Zeitung spricht deshalb vom Verdacht auf Täuschung des Landtags.
Das Bundespräsidialamt wies die Behauptung am Dienstag zurück. Ein Sprecher sagte, dass eine Anfrage von zwei Abgeordneten "korrekt beantwortet" worden sei. Zu genannten Unternehmen habe es keine geschäftlichen Beziehungen gegeben: "Es bestand eine Vereinbarung mit Frau Edith Geerkens zu einem Darlehen aus ihrem Privatvermögen. Dementsprechend wurde die unmissverständliche Anfrage wahrheitsgemäß verneint".
Darlehensvertrag abgelöst
Nach "Bild"-Recherchen hatte Wulff mit Geerkens Ehefrau im Oktober 2008 einen privaten Kreditvertrag über 500.000 Euro zu einem Zinssatz von 4 Prozent geschlossen. "Mit dem Geld kauften die Wulffs zum Preis von 415.000 Euro ein Einfamilienhaus und zahlten dafür per Dauerauftrag 1666 Euro Zinsen im Monat", schrieb das Blatt weiter.
Wulff habe den privaten Kredit im Februar 2010 wenige Tage nach der Parlamentsanfrage im Landtag von Hannover durch einen Kredit bei der BW Bank in Stuttgart abgelöst. Eigentlich wäre der Darlehensvertrag mit der Unternehmer-Gattin noch bis November 2013 gelaufen, schrieb die Zeitung.

Teil 2: Die Stellungnahme des Bundespräsidialamtes im Wortlaut

  • FTD.de, 13.12.2011
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