Horst Seehofer appelliert an die Verbraucher
"Qualitativ hochwertige Nahrungsmittel haben ihren Preis. Und Preisdumping erhöht natürlich den Druck auf die Erzeuger, Bestimmungen nicht mehr einzuhalten", sagte Seehofer in der "Bild"-Zeitung.
Zugleich drohte Seehofer Betrieben, die ihrer Meldepflicht für verdorbenes Fleisch nicht nachkommen, mit härteren Strafen: "Wer seine Pflichten nicht erfüllt, muss mit Geldbuße oder in Extremfällen mit Freiheitsstrafe rechnen. Das werde ich durchsetzen."
Der CSU-Politiker wandte sich strikt gegen eine Verurteilung der konventionellen Landwirtschaft wegen des Fleischskandals: "Es wäre völlig falsch, die konventionelle Lebensmittelwirtschaft wegen solcher Skandale zu verteufeln. Die konventionell arbeitenden Landwirte produzieren erstklassige, sichere, gesunde Nahrungsmittel."
Die SPD-Politikerin Waltraud Wolff sagte am Donnerstag, die Antwort auf den Skandal könne nur ein Verbraucherinformationsgesetz sein. Auch FDP-Politiker Hans-Michael Goldmann sagte, seine Partei sei für ein Verbraucherinformationsgesetz, das die Stellung des Verbrauchers stärke. Ulrike Höfken, Ernährungsexpertin der Grünen, forderte Informationsfreiheit für die Verbraucher. Sie kritisierte, dass das von der ehemaligen Verbraucherministerin Renate Künast (Grüne) auf den Weg gebrachte Verbraucherinformationsgesetz zwei Mal vom Bundesrat mit den Stimmen der Union abgelehnt worden sei.