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Merken   Drucken   08.02.2009, 13:38 Schriftgröße: AAA

Sicherheitskonferenz in München: USA fürchten langen Krieg am Hindukusch  

Washington räumt Fehler im Kampf gegen den Terrorismus ein: Die US-Regierung habe sich zu einseitig auf Militäraktionen konzentriert und "zahle jetzt den Preis". Afghanistans Präsident Karsai rief derweil zur Aussöhnung mit den Taliban auf.
Der amerikanische Sondergesandte für Afghanistan und Pakistan, Richard Holbrooke, geht von einem langen Krieg in Pakistan und Afghanistan aus. Holbrooke sagte am Sonntag auf der Internationalen Sicherheitskonferenz in München: "Es gibt keine Zauberformel für Afghanistan." Zu wenig militärische Schlagkraft und zu wenig zivile Hilfe seien Gründe, warum al-Kaida und Taliban-Kämpfer an Boden gewonnen hätten. "Alle Nachbarländer haben ihre Rolle zu spielen", sagte Holbrooke. Er wolle nach der Konferenz in die Region reisen und Afghanistan, Pakistan und Indien besuchen.
Der afghanische Präsident Hamid Karsai sagte, der Kampf gegen den Terrorismus in seinem Land sei längst noch nicht am Ende. Er rief jene Taliban, die nicht zu al-Kaida oder anderen Terrornetzwerken gehören, zur Aussöhnung und zur Rückkehr nach Afghanistan auf.
US-Sicherheitsberater James Jones , bis 2006 Nato-Oberbefehlshaber, gab derweil strategische Fehler beim Einsatz der mittlerweile 55.000 Soldaten starken Sicherheitstruppe für Afghanistan (Isaf) zu. "Ich denke, wir habe erst allmählich gelernt, dass die Probleme (...) nicht nur ein Land betreffen, sondern dass es sich um ein regionales Problem handelt", sagte Jones. Die internationale Koordination von militärischem Einsatz und zivilem Wiederaufbau sei "bestenfalls lückenhaft" gewesen: "Wir haben uns zu sehr auf den militärischen Teil konzentriert. Der ist wichtig, aber nicht das einzige." Beispielsweise sei der Aufbau der Polizei vernachlässigt worden. "Wir bezahlen jetzt den Preis dafür."
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Karsai sagte, man habe sich bei der Bekämpfung des Terrorismus in den vergangenen Jahren nicht rechtzeitig auf die Rückzugsgebiete der Terroristen und die Terrorausbildungslager konzentriert. Es gebe mit der internationalen Gemeinschaft keine Übereinstimmung in der Frage, wie den Bauern, die bisher Geld mit dem Anbau von Schlafmohn für die Drogenherstellung verdienen, ein alternativer Lebensunterhalt ermöglicht werden kann. Scharf kritisierte er, dass nach wie vor 22 private ausländische Sicherheitsunternehmen mit insgesamt 17.000 Angestellten im Lande tätig seien: "Sofern wir das nicht schrittweise reduzieren, werden wir keine funktionierende Polizei bekommen."

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