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11.10.2011, 18:36
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Software-Hersteller Digitask:
Das Millionen-Geschäft des Trojaner-Entwicklers
Der hessische Programmierer des Staatstrojaners steht schon seit geraumer Zeit in der Kritik. Bürgerrechtler reiben sich am Produktportfolio. Die Experten des Chaos Computer Clubs stellen die technische Qualität der Schnüffelsoftware in Frage.
von Renate Grimming
Die hessische Firma Digitask, Herstellerin des in die Schlagzeilen geratenen Staatstrojaners, ist in der deutschen Sicherheitsszene keine Unbekannte. Seit Jahren gilt der Softwareentwickler mit Sitz in Haiger als erste Adresse und Lieferant von Abhörtechnik für Telefon, Handys und SMS im Auftrag von Polizei und Behörden. Auch in Deutschland hat sich das Unternehmen zum Platzhirsch im Markt für Abhör-Lösungen entwickelt - und hat sich laut Medienberichten mit den Jahren auch eine besondere Beziehung zum Zollkriminalamt in Köln aufgebaut.
Im Jahr 2009 brachte der Firma ihr Portfolio eine besondere Auszeichnung ein: Die Bürgerrechtsorganisation Foebud verlieh dem Unternehmen den Negativpreis "Bigbrotheraward". Damit werden Unternehmen geächtet, "die in auffallender Weise den Datenschutz verletzen oder missachten". Kritisiert wurde, dass die Firma bereits zwei Jahre zuvor einen umstrittenen Trojaner für das Bayerische Landeskriminalamt programmiert haben soll. 5 Mio. Euro soll nach den Berechnungen des Vereins an Digitask für den Auftrag geflossen sein.
Der CCC warnt vor Sicherheitslücken beim Staatstrojaner
Allein für das Zollkriminalamt hat die Firma zwischen 2008 und 2009 Aufträge im Gesamtwert vom mehr als 2,7 Mio. Euro erledigt, berichtete "Spiegel Online". Aber auch das LKA Baden-Württemberg sowie die Bundesnetzagentur gehören zu den Kunden. Im Jahr 2007 hatte Digitask bereits den bayerischen Behörden ein Angebot für das Ausspähen von Internet-Telefonaten unterbreitet, bei dem pro Monat ein Grundpreis von 3500 Euro für die Bereitstellung einer Capture-Software für das Abhören von Skype-Telefonaten veranschlagt wird. Hinzu kommen 2500 Euro Installationskosten und 2500 Euro für die Decodierung des der Daten pro Monat und Maßnahme.
Die Software von Digitask kann nach der Analyse der Experten beim Chaos Computer Club nicht nur Internet-Telefonate abhören, sondern auch Daten auf einem PC ein- und auslesen sowie Webcam-Aufnahmen abzufangen. Für solche Schritte hat das Bundesverfassungsgericht sehr hohe Hürden gesetzt. Im Rahmen einer gewöhnlichen Überwachung von Internet-Telefonie dürfen sie keinesfalls angeordnet werden.
"Wie wollen sie noch einen Russen, der sich auf kriminellem Weg persönliche Daten über einen eingeschleusten Trojaner verschafft hat vor Gericht stellen, wenn es der Staat auch macht", sagte der Karlsruher IT-Sicherheitsspezialist Christoph Fischer.
Teil 2: "Dilettantisch programmiert"
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dpa, 11.10.2011
© 2011 Financial Times Deutschland,
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