Der Chef der Bundesagentur für Arbeit (BA), Frank-Jürgen Weise, ist ein Mann der Besonnenheit. Bis Weise etwas nicht passt und er darüber spricht, muss schon eine Menge passieren. Das ist nun mit den neuen Optionskommunen erreicht - jenen 41 Städten und Gemeinden, die ab dem 1. Januar 2012 ihre Hartz-IV-Empfänger ohne die Bundesagentur betreuen wollen, als sogenannte Optionskommunen. "Bei den neuen Optionskommunen stottert es. Die brauchen eine eigene Informationstechnologie, die das kann, was unsere kann - und das braucht Zeit. Einige tun sich jetzt sehr schwer", sagt Weise.
Die Bundesagentur müsse, so Weise, den Städten Stuttgart, Essen und Wuppertal, die Optionskommunen werden, noch sechs Monate bei der IT-Technik und Datenverarbeitung helfen, damit die Arbeitslosen nicht unter der Umstellung leiden. "Und das, obwohl die Zulassung zur Optionskommune einen Nachweis voraussetzte, dass sie die Aufgaben übernehmen können. Das Ergebnis ist: Sie können es nicht", kritisiert Weise. "In einem zusammenwachsenden Europa darf eine Informationstechnologie, die gut entwickelt ist, nicht 100-mal zerteilt werden. So eine Lösung ist nicht sinnvoll."