Ex-Finanzminister Peer Steinbrück, SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier und SPD-Chef Sigmar Gabriel
Das ist gar nicht so falsch, aber nicht die ganze Wahrheit. Auf dem Podium sitzen nämlich die drei potenziellen Kanzlerkandidaten der SPD für die Bundestagswahl 2013. Die haben sich hier nicht nur versammelt, um Angela Merkel die frohe Botschaft zu überbringen, dass sie ihr in der Not beispringen würden, um das Land und Europa zu retten. Es ist vor allem auch ein "Schaulaufen", wie die Grünen schon am Vortag spotteten. Wer redet wann und wie viel, wer dominiert die Veranstaltung, wer wirkt am kompetentesten?, fragen sich alle. Oder kürzer: Wer kann Kanzler?
Aus dem formalen Ablauf lässt sich nicht viel ablesen. Die drei haben sich die Redezeit recht gleichmäßig aufgeteilt. Der Parteichef fängt an, der ehemalige Finanzminister folgt und der Fraktionsvorsitzende macht auf eigenen Wunsch den Abschluss. Und doch ist am Ende der Veranstaltung ziemlich eindeutig, wer den besten Auftritt hingelegt hat.
Gabriel fällt dadurch auf, dass er noch stärker gebräunt ist als sonst. Er war gerade in Spanien, weshalb ihm auch die andalusische Arbeitslosenquote geläufig ist. Er beklagt den "Mangel an politischer Führung" in Europa. "Vor allem Deutschland mit seiner Regierungschefin ist maßgeblich daran beteiligt." Es fehle ein Gesamtkonzept und die Bereitschaft zu unpopulären Entscheidungen. Die Politik müsse den Menschen sagen, dass sie verzichten müssten. "Das wird weder für fair noch für gerecht gehalten."