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Merken   Drucken   05.08.2009, 16:19 Schriftgröße: AAA

SPD bei 20 Prozent: Steinmeier nennt das Tief beim Namen  

Normalerweise reden Wahlkämpfer schlechte Umfrageergebnisse einfach schön. Auf die neuesten Horrorzahlen reagierte SPD-Kandidat Frank-Walter Steinmeier dagegen mit ungewohnter Ehrlichkeit.
Knapp zwei Monate vor der Bundestagswahl ist die SPD nach einer Forsa-Umfrage mit nur noch 20 Prozent in der Wählergunst auf den schlechtesten Wert in diesem Jahr abgestürzt. SPD-Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier gestand die schwierige Lage seiner Partei ein: "Das sind keine schönen Zahlen. Das ist wahr", sagte der Außenminister am Mittwoch während seiner "Deutschland-Reise" in Ulm.
SPD-Chef Franz Müntefering  hatte hingegen behauptet, die Umfrage gebe kein realistisches Bild von der aktuellen Stimmungslage in der Bevölkerung wieder. "Wenn vom 27. bis 31. Juli Bundestagswahl gewesen wäre, hätte Schwarz-Gelb eine Mehrheit von 51 Prozent gehabt, wie auch eine Woche zuvor. Mag sein. Andere haben deutlich andere Zahlen", sagte er. "Die Temperatur steigt. Die Stimmung für die SPD auch", zeigte sich Müntefering überzeugt. Bis zum 27. September gebe es noch "53 Tage, die es in sich haben".
Auch Steinmeier relativierte seine Aussage jedoch noch im selben Interview. Es handele sich um Zahlen der vergangenen Woche gewesen, und die sei für die SPD nicht gut gewesen. "Am Ende der Woche werden wir neue Zahlen haben, und die werden anders aussehen."
Nach Angaben von Forsa-Chef Manfred Güllner hatte vor allem Dienstwagen-Affäre um Gesundheitsministerin Ulla Schmidt die Partei Punkte gekostet. Im Vergleich zur Vorwoche verlor die SPD drei Punkte. So schlecht schnitten die Sozialdemokraten in der wöchentlichen Umfrage im Auftrag von "Stern" und RTL zuletzt im August 2008 ab - kurz vor dem Sturz des damaligen Parteichefs Kurt Beck .
Der Vorsprung von Union und FDP blieb trotz der Verschiebungen unverändert: Gemeinsam kommen sie erneut auf 51 Prozent und liegen damit zum zweiten Mal in Folge sieben Punkte vor SPD, Grünen und Linkspartei, die zusammen 44 Prozent erreichen.
  • FTD.de, 05.08.2009
    © 2009 Financial Times Deutschland,
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