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  FTD-Serie: Hessen hat gewählt

Die Wähler beenden die hessischen Verhältnisse: Das Land kann künftig von CDU und FDP regiert werden. Die Liberalen sind die großen Sieger, während das Wahljahr für die SPD mit einem Debakel beginnt. FTD.de berichtet vom Kampf um die Macht in Wiesbaden.

Merken   Drucken   13.12.2008, 14:47 Schriftgröße: AAA

SPD vor der Hessenwahl: Ende der Selbstkasteiung  

Die hessische SPD hat Thorsten Schäfer-Gümbel mit 97 Prozent zum Spitzenkandidaten gewählt. Für ein mögliches Scheitern bei der vorgezogenen Landtagswahl am 18. Januar übernimmt die Landesvorsitzende Andrea Ypsilanti vorab die Verantwortung. von Peter Ehrlich (Alsfeld)
"Jetzt ist gut", sagt Thorsten Schäfer-Gümbel. Die Zeit der "Selbstkasteiung" sei vorbei. Die SPD Hessen will endlich nicht mehr über die peinlichsten sechs Wochen der Parteigeschichte reden, in denen die Hoffnung Ypsilantis auf das Ministerpräsidentenamt zusammenbrach.
Nur noch 35 Tage bleiben, um aus dem Umfragekeller herauszukommen und an den Wahlerfolg vom Januar 2008 anzuknüpfen, als die SPD fast die CDU von Roland Koch überrundet hätte. Selbst SPD-Chef Franz Müntefering ruft den Delegierten zu, sie müssten nun nicht mehr im Büßerhemd gehen. "Dieses Jahr nicht gelungen, aber jetzt beginnt ein neues", fasst Müntefering zusammen, seit Monaten das erste Mitglied der Parteiführung, dass seine Solidarität mit den Hessen zeigt. Vorher herrschte eine Art Quarantäne gegenüber dem Landesverband, der mit der Linkspartei kooperieren wollte.
Die Fehler des ablaufenden Jahres lasten trotzdem auf dem schon vierten Landesparteitag des Jahres. Mit belegter Stimme erzählt Ypsilanti vom 3. November, als vier Abgeordnete den Weg zur Regierungsbildung mit Duldung der Linken verweigerten: "Es gab Momente, da wollte ich alles hinschmeißen." Sie kritisierte noch einmal, wie drei der vier erst kurz vor der Ministerpräsidentenwahl ihr Gewissen entdeckten - streitet aber anders als Anfang November niemandem das Recht auf eine andere Meinung ab. Ypsilanti schwankt zwischen Rechtfertigung ("Schlimm ist es nicht, gewagt zu haben, zu neuen Ufern aufzubrechen") und dem Eingeständnis, auch Fehler gemacht zu haben und Fehleinschätzungen aufgesessen zu sein.

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