"Ich befürchte, dass damit der Kommerzialisierung bei der Kinderbetreuung Tür und Tor geöffnet wird", sagte die SPD-Familienpolitikerin Kerstin Griese am Donnerstag in Berlin. Sie wies damit die Pläne von Familienministerin Ursula von der Leyen (CDU) zurück, kommerzielle Anbieter bei der Kinderbetreuung zu fördern. "Die Qualität in der Kinderbetreuung ist das A und O. Bildung und Betreuung von Kindern ist keine Ware", sagte sie.
FDP-Generalsekretär Dirk Niebel begrüßte dagegen den Vorschlag, künftig auch gewerblich betriebene Kindertagesstätten staatlich zu fördern. Eine Gleichstellung der Träger von Betreuungseinrichtungen schaffe mehr Plätze und sorge durch den Wettbewerb für mehr Qualität, sagte er der "Passauer Neuen Presse".
Auch die Deutsche Kinderhilfe sprach sich mit Nachdruck für ein kommerzielles Angebot bei der Kinderbetreuung aus. "Es ist nur gut, wenn wir endlich auch in diesem Bereich Wettbewerb bekommen", sagte Vereinschef Georg Ehrmann. Gerade die Kinderbetreuung benötige eine bessere Qualität. "Wenn die Eltern eine Wahl haben, wird es hoffentlich auch zu einem Qualitätsschub kommen. Die Kinder werden davon profitieren", sagte Ehrmann. Die gemeinnützigen Träger müssten sich dann auch daran orientieren.
Ehrmann verglich private Angebote bei der Kinderbetreuung mit privaten Gymnasien: "Wo es private Gymnasien gibt, steigert das auch die Qualität der öffentlichen." Die massive Kritik der gemeinnützigen Träger an den Plänen von Familienministerin Ursula von der Leyen (CDU) für eine staatliche Förderung von privaten Kindertagesstätten ist für Ehrmann verständlich: "Da geht es natürlich um Pfründe." Wenn es vermehrt private Anbieter gebe, "müssen sich die Großverbände endlich mal bewegen".