Rainer Brüderle ließ sofort die GM-Pressestelel anrufen
Klingt beim ersten Hinhören recht unspektakulär, die Sprecherin wies damit aber Aussagen von Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) zurück. Dieser hatte am Donnerstagabend im ZDF gesagt, die amerikanische Opel-Mutter wolle gar keine Staatshilfen beantragen.
Dies wiederum dürfte viele Beobachter in Deutschland überrascht haben. Denn in dieser Woche reiste eine ganze Schar von GM-Managern durch Deutschland, unter anderem nach Berlin zur schwarz-gelben Regierung. Bei den Gesprächen zwischen Politik und dem Unternehmen dürfte es vermutlich um Geld gegangen sein.
Brüderle aber erklärte den Fernsehzuschauern in der ZDF-Sendung "Maybrit Illner", der GM-Verwaltungsrat habe mitgeteilt, die Amerikaner schafften die Sanierung des deutschen Traditionsunternehmens auch allein.
Wohlgemerkt: Der Wirtschaftsminister bezog sich auf Informationen aus dem Verwaltungsrat, nicht aus dem Vorstand. Zwischen diesen beiden Gremien gibt es offenbar unterschiedliche Auffassungen über die Strategie des Autobauers. Verwaltungsratschef Ed Whitacre fiel jüngst vor allem dadurch auf, dass er seinen Vorstandschef Fritz Henderson öffentlich madig machte. Henderson habe GMs Börsengang viel zu früh angekündigt, lautet beispielsweise eine Aussage Whitacres.