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  13.11.2009, 17:17    

Staatshilfe oder nicht?: Chaostage bei General Motors

Möchte der US-Konzern gern ein paar Milliarden aus der Bundesrepublik? Der deutsche Wirtschaftsminister sagt nein. Bei General Motors selbst jedoch ist sich das Management nicht so sicher. FTD.de zeichnet das Verwirrspiel nach. von Annette Berger  und Gregor Haake 
Nach dem Platzen des Opel-Verkaufs nun die nächste Posse "Made by GM": Sah es bisher so aus, als wolle General Motors auf jeden Fall in Deutschland Staatshilfe zur Sanierung des Traditionsherstellers beantragen, so stiftet das Unternehmen aus Detroit jetzt mit Aussagen zu dem Thema Verwirrung.
Am Freitagmorgen ließ der Konzern eine Sprecherin von GM Europe ausrichten, für die Restrukturierung der Europatochter brauche der amerikanische Konzern die finanzielle Unterstützung von Regierungen und Arbeitnehmern.
Rainer Brüderle ließ sofort die GM-Pressestelel anrufen   Rainer Brüderle ließ sofort die GM-Pressestelel anrufen
Klingt beim ersten Hinhören recht unspektakulär, die Sprecherin wies damit aber Aussagen von Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) zurück. Dieser hatte am Donnerstagabend im ZDF gesagt, die amerikanische Opel-Mutter wolle gar keine Staatshilfen beantragen.
Dies wiederum dürfte viele Beobachter in Deutschland überrascht haben. Denn in dieser Woche reiste eine ganze Schar von GM-Managern durch Deutschland, unter anderem nach Berlin zur schwarz-gelben Regierung. Bei den Gesprächen zwischen Politik und dem Unternehmen dürfte es vermutlich um Geld gegangen sein.
Brüderle aber erklärte den Fernsehzuschauern in der ZDF-Sendung "Maybrit Illner", der GM-Verwaltungsrat habe mitgeteilt, die Amerikaner schafften die Sanierung des deutschen Traditionsunternehmens auch allein.
Wohlgemerkt: Der Wirtschaftsminister bezog sich auf Informationen aus dem Verwaltungsrat, nicht aus dem Vorstand. Zwischen diesen beiden Gremien gibt es offenbar unterschiedliche Auffassungen über die Strategie des Autobauers. Verwaltungsratschef Ed Whitacre fiel jüngst vor allem dadurch auf, dass er seinen Vorstandschef Fritz Henderson öffentlich madig machte. Henderson habe GMs Börsengang viel zu früh angekündigt, lautet beispielsweise eine Aussage Whitacres.
Edward Whitacre: "Dann bezahlen wir das eben selbst"   Edward Whitacre: "Dann bezahlen wir das eben selbst"
Zum Thema Finanzhilfen hatte Whitacre der "Kölnischen Rundschau" vor dem Brüderle-Auftritt im ZDF gesagt: "Ich glaube, dass wir gar kein Geld der Bundesregierung für Opel brauchen" und fügte ein bisschen trotzig hinzu: "Wenn Frau Merkel nichts zur Verfügung stellen will, dann bezahlen wir das eben selbst."

Teil 2: Brüderle hält das Thema Opel für entschärft

  • FTD.de, 13.11.2009
    © 2009 Financial Times Deutschland
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