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Merken   Drucken   12.10.2009, 20:36 Schriftgröße: AAA

Steuerpolitik: Koch treibt Merkel zum Sparen  

Auf der Zielgeraden in den schwarz-gelben Koalitionsverhandlungen ist in der CDU ein Richtungsstreit über den Kurs in der Steuerpolitik ausgebrochen. Hessens Ministerpräsident Roland Koch stellte sich im Parteipräsidium offen gegen Kanzlerin und Parteichefin Angela Merkel und verlangte harte Einsparungen von der neuen Bundesregierung. von Claudia Kade  Berlin
Der Parteivize, der für die Unionsseite mit der FDP über Steuerentlastungen in der nächsten Legislaturperiode verhandelt, forderte nach FTD-Informationen in der vertraulichen Spitzenrunde spürbare Einschnitte in allen Ressorts, um die geplanten Erleichterungen zu finanzieren.
Vor der CDU-Parteizentrale sagte Roland Koch  am Montag, Steuersenkungen seien zwar möglich. "Es muss aber auch Kürzungen geben." Deutschland habe jahrzehntelang über seine Verhältnisse gelebt, sagte er und kritisierte damit indirekt die Finanzpolitik der Großen Koalition unter Merkels Führung. Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff  (CDU) schlug sich auf Kochs Seite.
Parteichefin Merkel sträubte sich in der Sitzung aber nach Teilnehmerangaben gegen einen straffen Sparkurs. Sie beharrte auf ihrer Linie, dass die Konjunktur in Krisenzeiten nicht kaputtgespart werden dürfe. Die Kanzlerin will auf Einschnitte vor der wichtigen Landtagswahl im Mai 2010 im bevölkerungsreichen Nordrhein-Westfalen verzichten. Daher trat sie für nur vorsichtige Ankündigungen im Koalitionsvertrag und für kleine Steuerentlastungen ein. Diese sollen keine großen Haushaltslöcher reißen, aber dennoch die Konjunktur beflügeln. Im Parteipräsidium erhielt sie dafür Rückendeckung von einer mächtigen Gruppe um Unionsfraktionschef Volker Kauder, Kanzleramtschef Thomas de Maizière und CDU-Generalsekretär Ronald Pofalla - allesamt in der bisherigen Großen Koalition mitverantwortlich für den jetzigen Rekordschuldenstand. Das Präsidium der Partei fand keine gemeinsame Kompromisslinie.

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