Patente: 45 Prozent der Patentanmeldungen in der EU stammen aus Deutschland - laut OECD ein "wichtiger Indikator für Innovation". Bei einem weltweiten Pro-Kopf-Vergleich liegen nur die Schweiz, Finnland, Japan und Schweden vor Deutschland.
Mangel an Naturwissenschaftlern: Von 100.000 jungen Erwerbstätigen im Alter von 25 bis 34 haben in Deutschland nur 852 einen naturwissenschaftlichen Studienabschluss. Damit liegt Deutschland unter 24 OECD-Staaten mit vergleichbaren Daten nur an 20. Stelle. Auch wenn man Meister und Techniker mit Qualifikationen aus der beruflichen Bildung noch einbezieht, verbessert sich Deutschland nur auf Position 18. Aber auch dann ist die Zahl der Naturwissenschaftler und Ingenieure in Deutschland nicht einmal halb so hoch wie in Korea, Irland, Frankreich, Australien, Großbritannien, Finnland und Neuseeland. Die Autoren des OECD-Berichtes führen dies in Deutschland vor allem auf die geringen Hochschul-Absolventenzahlen in den 80er und 90er Jahren zurück.
Bildungsbeteiligung: Ältere Erwerbspersonen in Deutschland (45- bis 54-Jährige) haben in Deutschland etwas häufiger ein Hochschuldiplom als die Jüngeren (25- bis 34-Jährige) - eine Entwicklung, die es ansonsten nur noch in den USA gibt.
Hochschulabschlüsse: Aktuell erwerben in Deutschland 19,5 Prozent eines Jahrganges einen Hochschulabschluss - im OECD-Schnitt sind dies heute 32,2 Prozent. 1998 waren es in der Bundesrepublik erst 16 Prozent. Erwartet werden in den nächsten Jahren mehr Absolventen, auch durch die kürzeren, zeitlich aufeinander aufbauenden Bachelor- und Masterstudiengänge.
Studienzulassung: 35 Prozent eines Jahrganges schaffen in Deutschland das Abitur oder die Fachhochschulreife (OECD-Mittel: 56 Prozent). Weitere 13,9 Prozent erhalten eine Studienberechtigung über die berufliche Bildung (OECD: 9,2 Prozent).
Akademiker-Einkommen: Hochschulabsolventen verdienen deutlich mehr als andere. Von den 25- bis 64-jährigen Beschäftigten mit Uni-Diplom zählt der OECD-Bericht 22 Prozent als Spitzenverdiener - mit einem Gehalt, dass mindestens doppelt so hoch ist wie das Durchschnittseinkommen.
Weiterbildung: 14 Prozent der Beschäftigen im Alter zwischen 25 und 64 haben in Deutschland 2003 an einer beruflichen Weiterbildung teilgenommen. OECD-Mittel: 23 Prozent. Wer einen Hochschulabschluss hat, bildet sich weitaus häufiger fort (gut jeder Vierte). Von den Ungelernten bilden sich hingegen nur 4 Prozent weiter (OECD: 10 Prozent).
Bildungsinvestitionen: Deutschland gibt 4,4 Prozent seines Brutto- Inlandsproduktes für Bildung aus - und liegt damit im Vergleich mit 28 vergleichbaren Industrienationen erst an 20. Stelle. Dänemark, Island, Norwegen, Schweden und Belgien liegen mit über 6 Prozent an der Spitze.
Schulausgaben: Für einen Grundschüler werden in Deutschland im Schnitt 4537 $ aufgewandt. Deutschland liegt damit an 19. Stelle von 28 Staaten. Der OECD-Schnitt liegt bei 5313 $. Bei den Ausgaben für die gymnasiale Oberstufe (ab Klasse elf) und für Berufsfachschulen ergibt sich dagegen ein völlig umgekehrtes Bild. Hier liegt der Anteil pro Schüler/Auszubildenden in Deutschland bei 9835 $. Höhere Ausgaben pro Schüler sind nur noch in Norwegen (11.500 $) und der Schweiz (14.700 $) zu verzeichnen.
Unterrichtszeit: Die jährliche Unterrichtszeit für einen 7- bis 8- jährigen Schüler liegt in Deutschland weiterhin bei nur 625 Stunden - und damit um mehr als 160 Stunden unter dem OECD-Mittel von 788 Stunden. Diese Diskrepanz verringert sich später und liegt bei den 15-Jährigen bei 57 Zeitstunden.