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Merken   Drucken   08.07.2009, 13:26 Schriftgröße: AAA

Störfälle in Schweden: Ohrfeige aus Stockholm für Vattenfall  

Nach dem Ausfall im Kraftwerk Krümmel werden aus der Heimat des Unternehmens weitere Störfälle bekannt. Ein Reaktor steht nun unter verschärfter Aufsicht der Behörden. Die konstatieren "Schwächen in Bezug auf Führung und Kontrolle". Die Vorwürfe treffen auch den Mitbetreiber Eon.
Nach zwei Störfällen der höchsten Gefahrenstufe im schwedischen Atomkraftwerk Ringhals seit Ende vergangenen Jahres ist die Anlage am Mittwoch unter verschärfte Aufsicht gestellt worden. Die Sicherheit sei in dem von den Energiekonzernen Vattenfall  und Eon  betriebenen Atomkraftwerk seit Jahren vernachlässigt worden, sagte der Sprecher der Atomaufsichtsbehörde, Mattias Skold.
Die Behörden hätten "Schwächen in Bezug auf Führung und Kontrolle, die Zurückverfolgung interner Entscheidungen sowie das Befolgen von Routinen und Instruktionen" festgestellt. Ende vergangenen Jahres versagte laut Skold das automatische Sicherheitssystem, im März dieses Jahres hätten Kontrollstäbe zur Steuerung der Reaktoraktivität nicht funktioniert. Beide Einrichtungen seien wichtig, wenn ein Reaktor schnell abgeschaltet werden müsse. "Wertvolle Zeit hätte verloren gehen können", sagte Skold. Die Zwischenfälle seien auf der höchsten Stufe der dafür vorgesehenen dreistufigen Skala eingeordnet worden. Die Reaktoren seien nicht in Betrieb gewesen, als sie sich ereigneten.
Seit Anfang 2009 seien von der Anlage Ringhals etwa 60 Zwischenfälle gemeldet worden. Die meisten davon seien nicht schwerwiegend gewesen. Dass ein Atomkraftwerk unter verschärfte Aufsicht gestellt wird, ist ein ungewöhnlicher Schritt. "Das ist in der Geschichte der schwedischen Atomkraft erst ein paar Mal vorgekommen", sagte Skold. Damit verbunden sind Ermittlungen und regelmäßige Berichte über den Betrieb der Anlage.
In Ringhals produzieren vier Reaktoren ein Fünftel der schwedischen Elektrizität. Insgesamt verfügt Schweden über zehn Reaktoren.
  • FTD.de, 08.07.2009
    © 2009 Financial Times Deutschland,
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