FTD.de » Politik » Deutschland » Industrieschelte zeigt Wirkung bei Merkel

Merken   Drucken   28.09.2010, 15:13 Schriftgröße: AAA

Streit um Ökosteuer: Industrieschelte zeigt Wirkung bei Merkel

Den "Tag der Industrie" nutzt BDI-Chef Keitel für eine Standpauke. Durch höheren Energiesteuern breche die Regierung Absprachen und gefährde 870.000 Arbeitsplätze. Die Kanzlerin zeigt sich schon verhandlungsbereit.
Die Industrie äußert massiven Unmut über die Politik der Bundesregierung. Viele Unternehmen verfolgten mit wachsendem Unmut, "was sich in letzter Zeit in unserem Land getan hat - und was sich nicht getan hat", sagte der Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), Hans-Peter Keitel, am Dienstag beim "Tag der Industrie" laut Redetext. Die Politik müsse berechenbarer werden.
"Es ist mit Milliardenkosten zu rechnen - für Unternehmen wie für private Haushalte - Stichwort Gebäudesanierung", sagte Keitel. Gerade die energieintensiven Industrien seien ein entscheidendes Fundament für den Industriestandort Deutschland. Mit höheren Energiesteuern falle es ihnen aber immer schwerer, im internationalen Wettbewerb zu bestehen. Hier gehe es unmittelbar um 870.000 Arbeitsplätze.
Das von der Regierung verabschiedete Energiekonzept nannte Keitel das "anspruchsvollste seiner Art weltweit". Die auch von der Industrie geforderten längeren Laufzeiten für Atomkraftwerke würden für eine günstigere Stromversorgung sorgen. Allerdings berge das Energiekonzept gerade für Unternehmen hohe Kosten. Die Regierung habe Absprachen mit der Wirtschaft in Verbindung mit CO2-Minderungen gebrochen, indem sie nun höhere Energiesteuern verlange.
Demonstration gegen die Ökosteuer von LKW- und Busfahrern in Berlin   Demonstration gegen die Ökosteuer von LKW- und Busfahrern in Berlin
Nach dem aktuellen Gesetzentwurf von Finanzminister Wolfgang Schäuble sollen die großzügigen Rabatte bei der Ökosteuer für energieintensive Unternehmen deutlich gekürzt werden. Das soll dem Bund im nächsten Jahr 1 Mrd. Euro an Steuermehreinnahmen bringen; für 2012 sind Mehreinnahmen von 1,5 Mrd. Euro angepeilt
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sagte auf dem Tag der Industrie zu, die geplanten Kürzungen zu überprüfen. Sie wolle "noch einmal darüber sprechen". Wegen der Reform dürften keine Arbeitsplätze in Gefahr geraten. Unter Anspielung auf die Tatsache, dass die Regierungspläne noch durch das Parlament müssen, sagte sie, dass sie selbst auch Mitglied des Bundestages sei.
Keitel forderte eine strikte Konsolidierung der Staatsfinanzen, wobei aber der Staatsanteil und der Staat "kleiner werden" müssten. Die Politik müsse auch das klassische Bankgeschäft attraktiver machen und alles tun, damit der Euro stark bleibe.
Die Wirtschaftsentwicklung in Deutschland bewertet der BDI zuversichtlich. Die Wirtschaft werde dieses Jahr "um deutlich über drei Prozent" wachsen, sagte Keitel voraus. Damit dürften die Steuereinnahmen um mindestens 15 Mrd. Euro höher ausfallen als zunächst gedacht. Weniger als drei Millionen Arbeitslose seien möglich.
  • FTD.de, 28.09.2010
    © 2010 Financial Times Deutschland,
Jetzt bewerten
Bookmarken   Drucken   Senden   Leserbrief schreiben   Fehler melden  

Den Parameter für die jeweilige Rubrik anpassen: @videoList
  • Massaker in Syrien: Russen, bewegt euch endlich

    Russland stand bisher fest an der Seite des Assad-Regimes. Ob mit Waffen oder mit politischer Rückendeckung, Syrien konnte auf die Russen zählen. Das sollte Moskau schleunigst ändern. mehr

  •  
  • blättern
Tweets von FTD.de Politik-News

Weitere Tweets von FTD.de

  26.05. Der Test zu Pfingsten Kennen Sie sich mit Feiertagen aus?

Wann gilt ein bundesweites Tanzverbot? Existiert ein offizieller Vatertag? In Deutschland gibt es viele gesetzliche und kirchliche Feiertage: Was wissen Sie darüber?

An welchem Feiertag gilt ein gesetzliches Tanzverbot in Deutschland?

Der Test zu Pfingsten: Kennen Sie sich mit Feiertagen aus?

Alle Tests

FTD-Wirtschaftswunder Weitere FTD-Blogs

alle FTD-Blogs

Newsletter:   Newsletter: Eilmeldungen Politik

Ob Regierungsauflösung oder Umfragehoch für die Linkspartei - erfahren Sie wichtige Politik-Nachrichten, sobald sie uns erreichen.

Beispiel   |   Datenschutz
 



DEUTSCHLAND

mehr Deutschland

EUROPA

mehr Europa

INTERNATIONAL

mehr International

KONJUNKTUR

mehr Konjunktur

 
© 1999 - 2012 Financial Times Deutschland
Aktuelle Nachrichten über Wirtschaft, Politik, Finanzen und Börsen

Börsen- und Finanzmarktdaten:
Bereitstellung der Kurs- und Marktinformationen erfolgt durch die Interactive Data Managed Solutions AG. Es wird keine Haftung für die Richtigkeit der Angaben übernommen!

Über FTD.de | Impressum | Datenschutz | Disclaimer | Mediadaten | E-Mail an FTD | Sitemap | Hilfe | Archiv
Mit ICRA gekennzeichnet

VW | Siemens | Apple | Gold | MBA | Business English | IQ-Test | Gehaltsrechner | Festgeld-Vergleich | Erbschaftssteuer
G+J Glossar
Partner-Angebote