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Merken   Drucken   03.06.2009, 09:08 Schriftgröße: AAA

Streit um Staatshilfen: SPD-Politiker wirft Arcandor Erpressung vor  

Der klamme Konzern rüstet verbal auf: Arcandor-Chef Eick warnt die Regierung vor einem Kollaps wie bei Lehman Brothers. Das Gebahren stößt bei den Sozialdemokraten auf scharfe Kritik - ändert aber nichts am Rettungsdrang der Partei.
SPD-Haushaltsexperte Carsten Schneider  hat die Führung des Handelskonzerns Arcandor scharf angegriffen. Das Arcandor-Management nutze "erpresserische Methoden", um Hilfen durchzusetzen, sagte Schneider der "Berliner Zeitung". Dem Bericht zufolge reagierte er damit auf die Aussagen von Firmenchef Karl-Gerhard Eick , eine Pleite des Unternehmens würde den Staat mindestens 1 Mrd. Euro kosten. Ein Kollaps des Konzerns wäre vergleichbar mit dem Zusammenbruch von Lehmann Brothers 2008.
"Das Management sollte sich lieber darauf konzentrieren, sehr genau zu begründen, warum sie Hilfen brauchen", sagte Schneider. Es müsse zudem ein Unternehmenskonzept vorlegen, das über ein Jahr hinaus tragfähig sei. "Es gibt kein Grundrecht auf Staatsbürgschaften", sagte der Haushaltsexperte.
Dennoch zeigte sich Schneider offen dafür, Arcandor mit staatlichen Bürgschaften zu helfen: "Es geht schließlich um Tausende Mitarbeiter. Das sind überwiegend Frauen, die nicht viel verdienen." Außerdem trügen Kaufhäuser wesentlich zur Stabilisierung der Innenstädte bei. "Das Unternehmen Arcandor selbst und das Management sind mir dabei mehr oder weniger egal", sagte Schneider.

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