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Merken   Drucken   03.06.2011, 20:39 Schriftgröße: AAA

Suche nach der Ehec-Quelle: Erst das Gemüse, dann das Fleisch

Nachdem spanischen Gurken doch nicht die Schuld an den Ehec-Erkrankungen zugewiesen werden kann, zeigt ein WHO-Experte auf Fleisch als möglichen Urheber.  Die Suche nach der Quelle führt die Fahnder zweimal nach Norden: nach Hamburg und Lübeck.
© Bild: 2011 dapd
Nachdem spanischen Gurken doch nicht die Schuld an den Ehec-Erkrankungen zugewiesen werden kann, zeigt ein WHO-Experte auf Fleisch als möglichen Urheber. Die Suche nach der Quelle führt die Fahnder zweimal nach Norden: nach Hamburg und Lübeck.
Wenige Tage nachdem spanische Gurkenbauern vom Verdacht freisgesprochen worden sind, maßgeblich zur Ehec-Verbreitung beigetragen zu haben, hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) Fleisch als möglichen Urheber des Desasters benannt. "Der Erreger ist üblicherweise im Darm von Rindern zu finden und damit auch in rohem Fleisch wie Tartar oder schlecht gekochten Hamburgern", sagte WHO-Experte Donato Greco der italienischen Zeitung "La Repubblica". Er habe noch nie derart gefährliche Darmkeime auf Obst und Gemüse festgestellt.
Wäre Rindfleisch die Quelle für den gefährlichen Keim, könnte das auch mit der massiven Beigabe von Antibiotika in Tierfutter zu tun haben, sagte er. Dadurch seien die Bakterien zusätzlich resistent geworden.
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Die Hamburger Gesundheitsbehörde hatte spanische Gurken als Träger der gefährlichen Ehec-Variante benannt, musste sich jedoch später korrigieren. Der besonders tückische Stamm O104:H4 wurde bei keinem der vier untersuchten Gurken aus dem EU-Land nachgewiesen. Spanien hatte sich wegen der Anschuldigungen offiziell bei der EU über Deutschland beschwert.
Aktuell gibt es offenkundig keine neuen Hinweise, dass Gemüse für die Ehec-Verbreitung hauptverantwortlich ist. Am Freitag hielten Vertreter der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA), anderer EU-Ämter und der Mitgliedstaaten eine Telefonkonferenz ab. Deutschland vertrat in der Runde die Ansicht, dass Salat weiterhin als eine mögliche Ehec-Quelle zu gelten hat. Hier stünden aber noch Testergebnisse aus. Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit habe aktuelle Informationen über mehrere Salat-, Gurken- und Tomatenproben geliefert. Bei keiner dieser Tests seien bislang Ehec-Erreger nachgewiesen werden, meldete die Agentur dpa. Auch Spanien lieferte aktuelle Daten aus mehr als 50 Lebensmittelproben, die alle negativ ausgefallen waren.
Die Bundesregierung blieb bei ihrer Warnung vor bestimmten Gemüsesorten. Gesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) hält es für möglich, "dass die Infektionsquelle noch aktiv ist". Er sagte den "Ruhr Nachrichten", da es weiterhin Neuinfektionen gebe, werde nach wie vor empfohlen, "vorsorglich auf den Verzehr von rohen Tomaten, Salatgurken und Blattsalaten, die insbesondere in Norddeutschland auf dem Markt sind, zu verzichten".
Eine Spur bei der Suche nach der Ehec-Quelle, der inzwischen auch die EU nachgeht, führt nach Lübeck. Nach einem Bericht der "Lübecker Nachrichten" besteht der Verdacht, dass sich 17 Menschen in der namentlich nicht genannten Gaststätte infiziert haben, darunter Besucher aus Dänemark.
Der Vorsitzende der Deutschen Steuergewerkschaft, Dieter Ondracek, lieferte entsprechende Verdachtsmomente. Seinen Worten zufolge trafen sich am 13. Mai ungefähr 30 Frauen seiner Organisation in dem besagten Speiselokal. Ondracek berichtete der Nachrichtenagentur dapd, später seien acht Frauen an einer Ehec-Infektion erkrankt.
Eine Frau aus Nordrhein-Westfalen sei inzwischen gestorben. Die anderen seien zum Teil schwer erkrankt, befänden sich inzwischen aber alle auf dem Weg der Besserung. Alle Teilnehmerinnen des Treffens hätten beim RKI Proben abgeben müssen und seien befragt worden.

Teil 2: Glück für den Chef der Steuergewerkschaft

  • FTD.de, 03.06.2011
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