21:23 Die Erleichterung bei der Koalition ist spürbar. Minutenlang wird Wulff gefeiert. Lammert teilt mit, dass Wulff sein Amt als Ministerpräsident niedergelegt hat. Der CDU-Mann nimmt anschließend die Wahl "aus voller Überzeugung" an. Danach gibt es Blumen - auch von der Opposition.
21:15 Bundestagspräsident Lammert verkündet das Ergebnis: Wulff erhielt im dritten Wahlgang 625 Stimmen. Der Jubel bei Union und FDP war groß, Kanzlerin Merkel gratulierte als Erste. Gauck kam auf 494 Stimmen, es gab 121 Enthaltungen. Gauck bekam großen Applaus von SPD und Grünen. Der Kandidat rang sichtlich mit der Fassung.
Damit erhielt der Koalitionskandidat in der dritten Runde die absolute Mehrheit, die er bereits in den ersten Wahlgängen benötigt hätte. Zur Erinnerung: Union und FDP stellen 644 Vertreter in der Bundesversammlung.
21:00 Christian Wulff soll der neue Bundespräsident sein. Der CDU-Politiker und Kandidat von Union und FDP setzte sich am Mittwoch in der Bundesversammlung im dritten Wahlgang gegen den rot-grünen Kandidaten Joachim Gauck durch. Das erfuhr die Nachrichtenagentur dpa aus Koalitionskreisen.
20:32 Der dritte Wahlgang ist beendet. Das Ergebnis soll gegen 21 Uhr bekannt gegeben werden.
19:50 Grünen-Fraktionschef Trittin hält das Rennen für offen. "Nun steht die Frage für jeden Einzelnen der Linkspartei, will man für Wulff oder für Gauck stimmen", sagt er in der ARD. "Vielleicht ist es ja so, dass mancher der Linken sich überlegt, mir gefällt Herr Gauck nicht - aber mir gefällt Herr Wulff auch noch weniger."
19:31 Bundestagspräsident Lammert eröffnet den dritten Wahlgang. Im Rennen sind nur noch Wulff und Gauck. Beifall bekommt Lammert, als er ankündigt, dass die Verpflegungsmöglichkeit auf der Fraktionsebene des Parlaments während des Wahlvorgangs eröffnet werde. Die Delegierten sind offenbar hungrig. Zum dritten Mal beginnt dann die Verlesung der langen Namensliste.
19:16 Die Kandidatin der Linkspartei, Luc Jochimsen, tritt zum dritten Wahlgang nicht mehr an. Das sagte Fraktionschef Gregor Gysi. "Beide konservative Kandidaten sind für uns nicht
wählbar." Er gehe davon aus, dass sich die meisten Wahlleute der Linken enthalten werden. Aber die Abstimmung sei freigegeben worden. Gysi sagte, man werde dann sehen, wieviele sich tatsächlich enthalten hätten. Gauck hat nur eine Chance, wenn die 124 Delegierten der Linkspartei geschlossen für ihn stimmen. Während Gysis Statement kommt es zu einem Wortgefecht mit dem grünen Europaparlamentarier Werner Schulz. Nachdem dieser Gysi mit einem "Buuuh"-Ruf unterbrochen hat, keilt der Linke zurück. SPD und Grüne hätten sich früher um seine Partei bemühen müssen sagt er und behauptet: "Die Unkultur kommt nie von uns und immer von den anderen."
19:08 Der dritte Wahlgang beginnt frühestens um 19:30 Uhr. Die Linke lässt immer noch auf sich warten.
19:04 Der parlamentarische Geschäftsführer der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Peter Altmaier, macht sich vor dem dritten Durchgang Mut. Es werde weniger Abweichler geben. Das sei in der Fraktionssitzung deutlich geworden. Aber auch Altmaier räumt ein, dass die beiden Abstimmungsschlappen Ausdruck von Unzufriedenheit mit der Führung sei. Die Botschaft "Ihr müsst besser werden", sei verstanden worden.