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Merken   Drucken   10.09.2010, 09:08 Schriftgröße: AAA

Trennung im Einvernehmen: Sarrazin kommt Rauswurf zuvor  

Kurz vor der geplanten Abberufung macht der umstrittene SPD-Politiker einen Deal mit der Bundesbank: Sie lässt die Vorwürfe gegen ihn fallen. Im Gegenzug bittet Sarrazin den Bundespräsidenten um die Entbindung von dem Vorstandsamt.
Sarrazin verlässt die Bundesbank freiwillig. Das ist ...

 

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Der wegen seiner Ausländer-Thesen umstrittene Bundesbankvorstand Thilo Sarrazin  ist einer drohenden Entlassung zuvorgekommen und tritt zurück. Sarrazin habe Bundespräsident Christian Wulff  um die Entbindung von seinem Amt gebeten, teilte die Bundesbank am Donnerstag mit. Das Geldhaus will den bei Wulff gestellten Antrag auf Entlassung Sarrazins zurückziehen.
Dem Bundespräsidenten bleibt somit eine heikle Entscheidung erspart: Juristen hatten bezweifelt, ob die Abberufung im Falle einer Klage Sarrazins einer gerichtlichen Prüfung standhalten würde. Auch für Bundesbankchef Axel Weber  dürfte die Einigung eine große Erleichterung sein, da der Aufruhr um Sarrazin seine Chancen schmälerte, im nächsten Jahr an die Spitze der EZB aufzusteigen. Der Berliner Ex-Finanzsenator steht auch in der SPD vor dem Rauswurf.
Sarrazin kapituliert vor "gesamten Establishment in Politik und Medien"
"Mit Blick auf die öffentliche Diskussion werden die Beteiligten ihre Zusammenarbeit zum Monatsende einvernehmlich beenden", sagte ein Sprecher der Bundesbank am Donnerstagabend. Bei einer Lesung in Potsdam sagte Sarrazin, die Bundesbank ziehe im Gegenzug ihre Vorwürfe zurück, er habe sich diskriminierend über Ausländer geäußert.
"Ich habe den Bundespräsidenten gebeten, mich mit Ablauf des 30. September von meinem Amt als Bundesbank-Vorstand zu entbinden", sagte der 65-Jährige. Es habe keinen Sinn, sich gegen das gesamte Establishment in Politik und Medien durchzusetzen, erläuterte er. "Das wäre anmaßend und hätte auch nicht geklappt." Darum haber er nun einen strategischen Rückzug gewählt, um die Themen zu bearbeiten, die ihm wichtig seien.

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