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  01.07.2009, 12:48    

Triste Auftragslage: Maschinenbau bangt um 50.000 Jobs

"Wie ein Flugzeug ohne Sprit" fühlt sich die Branche. Nach schon dramatischen Einbrüchen sinkt der Auftragseingang innerhalb eines Monats noch einmal um fast zehn Prozent. Zugleich geizen die Banken mit Krediten - weshalb die Maschinenbauer jetzt mehr Hilfen erzwingen lassen wollen.

von David Böcking (Berlin)
Der Auftragseingang im Maschinenbau ist im Mai im Vergleich zum Vorjahr um 48 Prozent eingebrochen. Das Inlandsgeschäft sei um 42 Prozent gesunken, die Auslandsnachfrage sogar um 51 Prozent, teilte der Verband Deutscher Maschinen-und Anlagenbau (VDMA) am Mittwoch in Frankfurt mit.
Auch im Vergleich zum Vormonat gingen die Aufträge deutlich zurück. Der Rückgang von April zu Mai betrage neun Prozent, sagte VDMA-Konjunkturexperte Olaf Wortmann FTD.de. Diese Zahl sei aber "etwas geschönt", da der April durch Ostern weniger Arbeitstage enthielt.
Laut Wortmann erwartet der Verband einen stärkeren Verlust von Arbeitsplätzen als bislang. "Wir rechnen damit, dass bis zu 50.000 Arbeitsplätze abgebaut werden." Bislang hatte der VDMA 2009 einen Abbau von 25.000 Stellen erwartet. Insgesamt sind nach VDMA-Angaben knapp eine Million Deutsche im Maschinenbau beschäftigt.
Rund eine Million Deutsche arbeiten wie diese Angestellten der ...   Rund eine Million Deutsche arbeiten wie diese Angestellten der Firma Caterpillar im Maschinenbau
Die Minusrate liegt zwar deutlich unter der vom April, als ein Rückgang auf Jahressicht von 58 Prozent verzeichnet wurde. VDMA-Chefvolkswirt Ralph Wiechers führt dies aber allein auf den Basiseffekt aus dem Vorjahr zurück, als der Mai schlechter lief als der April. Die positive Kunde wieder anziehender Geschäftserwartungen habe im Auftragseingang des Maschinenbaus noch keinen Widerhall gefunden.
"Der Maschinenbau hängt am Boden wie ein Flugzeug ohne Sprit", sagte der Hauptgeschäftsführer des VDMA, Hannes Hesse. Es könne nicht angehen, dass die Staaten die Märkte mit Geld fluteten und die Banken Liquidität bunkerten. "Man muss Banken zwingen, Geld rauszugeben", appellierte er an die Politik. Die fehlenden Mittel bremsen sowohl die Hersteller wie die Kunden bei ihren Investitionen und beim Kauf von Produkten.
Entmutigen ließen sich die Unternehmen allerdings nicht. "Die Maschinenbauer sind erstaunlich wenig niedergeschlagen", sagte Hesse. Dabei sei die Lage weiter schwierig. "Erholung ist nicht unser Thema." Er wäre schon zufrieden, wenn die Minusraten beim Auftragseingang abnähmen. "Ich hoffe immer noch, dass sich die Lage Mitte des Jahres entspannt", sagte Hesse. Der Bedarf für neue Maschinen sei vorhanden, die Lager leer, und die Frühindikatoren hellten sich laufend auf. "Der Knoten muss irgendwann platzen.
(Mit Agenturen)
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