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Merken   Drucken   08.06.2005, 12:38 Schriftgröße: AAA

Trittin attackiert Stromkonzerne  

Umweltminister Jürgen Trittin verdächtigt die Stromkonzerne, sie wollten Anbieter erneuerbarer Energien aus dem Markt drängen. Zugleich wandte er sich gegen eine längere Betriebsdauer für die deutschen Atomkraftwerke nach einem Regierungswechsel.
Auf Konfliktkurs: Jürgen Trittin   Auf Konfliktkurs: Jürgen Trittin
"Es nervt die vier Großkonzerne schrecklich, dass ihnen jedes Jahr ein Prozent vom Strommarkt abgenommen wird durch den Ausbau von Biomasse, Photovoltaik, Windenergie", sagte Trittin am Mittwoch im ZDF. Der Minister kritisierte die Forderung der Stromkonzerne, das deutsche Fördersystem für erneuerbare Energien zu ändern und von der Abnahmeverpflichtung für die Einspeisung von Strom aus alternativen Energiequellen abzurücken.
Der Union warf Trittin vor, mit der von ihr geforderten Verlängerung der Betriebsdauer der Atomkraftwerke die Schaffung neuer Arbeitsplätze zu verhindern. Wenn die Union nach einer Regierungsübernahme die Restlaufzeiten erhöhen, bedeute dies, dass bereits geplante Investitionen der Energiekonzerne in neue Kraftwerke von rund 10 Mrd. Euro hinaus geschoben würden. Wenn man aber wolle, dass in Deutschland investiert und damit neue Arbeitsplätze geschaffen würden, sei dies der falsche Weg.
Investitionen gefährdet
Die Verbände im Bereich erneuerbare Energien hatten vor wenigen Tagen gewarnt, eine Änderung des bewährten Fördersystems gefährde die Planungsgrundlage für die Branche. Damit würden Investitionsvorhaben im Volumen von rund 200 Mrd. Euro bis 2020 in Frage gestellt. Dies richtete sich gegen den Vorstoß des Verbands der Elektrizitätswirtschaft (VDEW), die festen Abnahmeverpflichtungen und -preise für Strom aus alternativen Energien wie Wind, Wasser oder Fotovoltaik abzuschaffen.
  • FTD.de, 08.06.2005
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