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Merken   Drucken   10.11.2005, 11:13 Schriftgröße: AAA

Umfangreiche Streichliste für Steuerzahler  

Die große Koalition plant eine Vielzahl von Verschlechterungen für die Steuerzahler. In der Streichliste der Arbeitsgruppe Finanzen finden sich unter anderem folgende Punkte. von Jens Tartler, Berlin
  • Die Pendlerpauschale soll nur noch ab einer Entfernung von 21 Kilometern zwischen Wohnort und Arbeitsplatz gewährt werden und 30 Cent je Kilometer betragen. Im Gegenzug soll der allgemeine Arbeitnehmerpauschbetrag von 920 Euro auf 1100 Euro steigen. Er war allerdings zum 1. Januar 2004 von 1044 Euro auf 920 Euro gekürzt worden. Bund, Länder und Gemeinden sollen dadurch 2007 zusätzlich 475 Mio. Euro einnehmen. Ab 2008 sind jährlich 1,6 Mrd. Euro einkalkuliert.
  • Ein Arbeitszimmer zu Hause soll nur noch dann steuerlich absetzbar sein, wenn es den "Mittelpunkt der gesamten betrieblichen und beruflichen Tätigkeit" darstellt, so das Papier. Die Mehreinnahmen sollen sich von 90 Mio. Euro im Jahr 2007 auf 300 Mio. Euro im Jahr 2009 steigern.
  • Der Sparerfreibetrag soll von 1370 auf 750 Euro sinken (für Ehepaare 1500 Euro). Allein dieser Schritt ist mit Mehreinnahmen von 750 Mio. Euro pro Jahr angesetzt.
  • Außerdem sollen im Zuge einer grundlegenden Reform der Unternehmens- und Kapitaleinkünftebesteuerung 2008 Veräußerungsgewinne beim Verkauf von Wertpapieren und vermieteten Immobilien grundsätzlich steuerpflichtig werden. Die bisherigen Spekulationsfristen von einem Jahr für Wertpapiere und zehn Jahren für Immobilien würden dann nicht mehr gelten. Diese Maßnahme soll dem Fiskus 2008 Mehreinnahmen von 254 Mio. Euro bringen, die bis 2010 auf 510 Mio. Euro steigen.
  • Die Abschaffung der Eigenheimzulage für Neufälle ist für den 1. Januar 2006 vorgesehen. Das soll dem Staat im ersten Jahr 223 Mio. Euro verschaffen, im Jahr 2010 sollen es dann schon 3,7 Mrd. Euro sein. Wenn der Einschnitt seine volle Wirkung entfaltet, soll die Einsparung sogar 5,9 Mrd. Euro betragen.
  • Die degressive Abschreibung von Gebäuden mit Mietwohnungen soll fallen. Bei dieser Abschreibungsart ist der absetzbare Prozentsatz der Kosten am Anfang besonders hoch und fällt im Zeitablauf. Das bringt gerade in der Anfangsphase der Investition hohe Steuervorteile. Durch die Abschaffung dieser Vergünstigung will der Fiskus im Jahr 2010 zusätzlich 120 Mio. Euro einnehmen.
  • Die Kosten für den Steuerberater sollen nicht mehr absetzbar sein. Das würde im Jahr 2008 Mehreinnahmen von 300 Mio. Euro bringen, ab 2009 wären es 600 Mio. Euro.
  • Der Freibetrag für Abfindungen soll wegfallen. Das bringt 400 Mio. Euro in die Kassen.
  • Die Streichung der steuerfreien Auslandszuschläge wird mit 135 Mio. Euro angesetzt.
  • Für Unternehmen relevant ist die Abschaffung des so genannten Lifo-Verfahrens bei der Bewertung von Vorräten. Lifo steht für: last in first out. Das bedeutet, bei der Bewertung beispielsweise von Chemikalien wird angenommen, dass die zuletzt ins Lager gekommene Tonne als erste wieder entnommen wurde. Die AG Finanzen sieht diesen Schritt im Zusammenhang mit der Fortentwicklung des Steuerbilanzrechts in Europa. Der Fiskus soll 55 Mio. Euro zusätzlich im Jahr 2008 einnehmen, 300 Mio. Euro sollen es 2010 sein.
  • Die Rückstellungen für Jubiläumszuwendungen sollen abgeschafft werden. Das bringt 2008 Mehreinnahmen von 1,1 Mrd. Euro.
    • Aus der FTD vom 10.11.2005
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