Die Konjunkturerwartungen der Börsenexperten sind im Juli erstmals in diesem Jahr gesunken: Das ZEW-Barometer ging von 44,8 auf 39,5 Punkte im Vormonat zurück. Das teilte das Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) am Dienstag mit. Es war der erste Rückgang nach zuvor acht Anstiegen in Folge. Trotzdem liegt das Barometer weiter über seinem historischen Mittelwert von 26,3 Punkten.
"Ein erhebliches Risiko für die weitere konjunkturelle Entwicklung ist die Frage, wie die Vergabe von Krediten an Unternehmen und Haushalte funktionieren wird", begründete das ZEW den Rückgang des Indikators. Die Daten bestätigten, dass die deutsche Wirtschaftsleistung in diesem Jahr um etwa sechs Prozent einbrechen werde, sagte ZEW-Präsident Wolfgang Franz.
Die aktuelle Lage beurteilten die Experten etwas besser. Der Teilindex stieg um 0,4 auf minus 89,3 Punkte. Die Wachstumsraten dürften sich bis ins nächste Jahr entlang der Nulllinie entwickeln. Die Konjunkturerwartungen für die Eurozone seien im Juli um 3,2 Punkte gegenüber dem Vormonat gesunken und liegen nun bei 39,5 Punkten.
Der ZEW-Index belastet den Euro-Kurs: Die Gemeinschaftswährung gab bis auf 1,3965 $ nach, kurz vor Veröffentlichung der Daten hatte sie um 1,3995 $ notiert.