Unions-Fraktionsvize Wolfgang Bosbach hält Einreiseverbot für ausgeschlossen
Der Zeitung zufolge hat Deutschland gegenüber der Fifa eine sichere Einreise für Delegationen der an der WM teilnehmenden Länder vertraglich garantiert. Die Bundesregierung vertrete dazu die Auffassung, dass diese Garantie auch für politische Vertreter gelte. Das WM-Organisationskomitee betrachte Ahmadinedschad indes nicht als Mitglied der Delegation. Die Zeitung zitierte einen Sprecher des Innenministeriums, man werde sich mit der Frage befassen, wenn Ahmadinedschad sein Kommen bekunde.
Besuch eher unwahrscheinlich
Bislang hatte es in Teheran geheißen, Ahmadinedschad plane eine Reise zur WM, falls die Mannschaft Irans die Vorrunde überstehe. Am Sonntag sagte jedoch ein Regierungssprecher, das mögliche Erreichen des Achtelfinales der iranischen Nationalelf sei "zu wenig" für eine Reise des Präsidenten nach Deutschland. Iran verlor am Sonntag sein erstes WM-Spiel gegen Mexiko mit 1:3. Zum dem Spiel war Ahmadinedschads Stellvertreter Mohammed Aliabadi angereist.
Nach Auffassung von Bosbach müsse Ahmadinedschad, auch wenn er einreisen dürfe, klar gemacht werden, "dass er hier nicht willkommen ist". Er dürfe keinesfalls mit Protokoll empfangen werden. Ähnlich hatte sich Beckstein am Sonntag bei einer Demonstration gegen die israelfeindliche Politik Irans in Nürnberg geäußert. "Wenn er nach Deutschland käme, würde ihn nur der Diplomatenpass davor bewahren, verhaftet zu werden. Ein Verbrecher wie Ahmadinedschad ist in Deutschland nicht willkommen."