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Merken   Drucken   29.09.2006, 15:52 Schriftgröße: AAA

Union auf niedrigstem Wert seit der Einheit

Interner Streit und Meinungsverschiedenheiten mit dem Koalitionspartner haben CDU und CSU in der Wählergunst so tief sacken lassen wie seit der deutschen Einheit nicht mehr. In die anstehende Gesundheitsreform setzen die Deutschen laut ZDF-Politikbarometer kaum noch Hoffnungen.
Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und Arbeitsminister Franz ...   Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und Arbeitsminister Franz Müntefering (SPD): Das Wählertrauen in die Koalition nimmt ab

Wenn am Sonntag Bundestagswahl wäre, käme die Union nach dem am Freitag veröffentlichten Umfrageergebnis nur noch auf 33 Prozent. Das sind drei Punkte weniger als noch im August. Dennoch bleibt die Union vor der SPD. Die Sozialdemokraten kämen auf 31 Prozent, ein Punkt mehr als im Vormonat. Die FDP könnte zwei Punkte auf 13 Prozent zulegen. Die Grünen stagnierten bei neun Prozent, die Linkspartei würde auf sieben von zuvor acht Prozent fallen.

Lediglich 16 Prozent der Deutschen rechnen noch damit, dass die große Koalition die Probleme des Gesundheitswesens für einen längeren Zeitraum lösen wird. 48 Prozent aller Befragten sind der Meinung, dass keine Partei in der Lage ist, der Probleme im Gesundheitswesen Herr zu werden. Für das Politbarometer hatte die Forschungsgruppe Wahlen aus Mannheim 1288 Wahlberechtigte befragt.

Koalition erscheint zerstritten

Die große Koalition gilt nicht mehr als das Wunschbündnis der Deutschen. Nur noch 33 Prozent schreiben ihr die Fähigkeit zu, am ehesten die anstehenden Probleme in Deutschland richten zu können. Vor einem Jahr waren es noch 52 Prozent. Auf Platz zwei folgt mit 21 Prozent eine Koalition aus Union, FDP und Grünen. Die klassische Ampel aus SPD, FDP und Grünen halten 17 Prozent für am geeignetsten und 12 Prozent eine Koalition aus SPD, Linke/PDS und Grünen.

Der Vertrauensverlust in das schwarz-rote Bündnis ergibt sich laut Politbarometer insbesondere aus dem als zerstritten wahrgenommenen Verhältnis zwischen den Koalitionspartnern. So meinen 65 Prozent, dass das Verhältnis zwischen CDU/CSU und SPD in der Koalition eher schlecht ist, Ende August waren dies nur 51 Prozent.

Merkel verliert Sympathien

Auch Kanzlerin Angela Merkel (CDU) büßt Sympathiepunkte ein. 64 Prozent bescheinigen ihr noch, ihre Sache als Bundeskanzlerin eher gut zu machen. In der Liste der zehn wichtigsten Politiker ist sie von Platz drei auf fünf gerutscht mit 1,0 Punkten.

Vor ihr liegen Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) mit 1,7, SPD-Chef Kurt Beck mit 1,4, der niedersächsische Ministerpräsident Christian Wulff mit 1,3 und Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (beide CDU) mit 1,1. Gleichauf mit Merkel liegt Finanzminister Peer Steinbrück (SPD). Negative Wertungen erhalten CSU-Chef Edmund Stoiber (- 0,8) und Gesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) mit - 0,9.

  • FTD.de, 29.09.2006
    © 2006 Financial Times Deutschland
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