FTD.de » Politik » Deutschland » Union opfert die Eigenheimzulage

Merken   Drucken   25.10.2005, 22:28 Schriftgröße: AAA

Union opfert die Eigenheimzulage  

Die Eigenheimzulage wurde bereits Ende 2003 für alle Neuanträge um 30 Prozent gekürzt. "Wir wollen, dass die Immobilie als Anlageinstrument gleichberechtigt in die Riester-Förderung der Altersvorsorge integriert wird", sagte der Fraktionsvize der Union im Bundestag, Michael Meister, der FTD. von Birgit Marschall und Jens Tartler, Berlin
Unions-Fraktionsvize Michael Meister   Unions-Fraktionsvize Michael Meister
"Wenn das geregelt ist, können wir über die Abschaffung der Eigenheimzulage reden." Meister ist Mitglied der 32-köpfigen Koalitionsrunde von Union und SPD, die am Montag das zweite Mal zusammenkam. Die SPD will die Eigenheimzulage für Neufälle ab 2006 abschaffen. Im Wahlkampf hatte sich die Union dieser Forderung nicht angeschlossen. Auch Baden-Württembergs Finanzminister Gerhard Stratthaus sagte, die Eigenheimzulage werde es in der jetzigen Form wohl in einiger Zeit nicht mehr geben.
Die Zulage wurde bereits Ende 2003 für alle Neuanträge um 30 Prozent gekürzt. Derzeit kostet sie den Fiskus noch rund 6,5 Mrd. Euro pro Jahr. Würde sie gestrichen, könnte der Staat im kommenden Jahr mit rund 200 Mio. Euro zusätzlichen Einnahmen rechnen. Weil die bisherigen Bezieher weiter ihr Geld erhalten, würde die volle Einsparung erst 2014 zur Verfügung stehen.
Einsparmöglichkeiten sieht Stratthaus auch bei der steuerlichen Vergünstigung für Fahrten zwischen Wohn- und Arbeitsstätte. "Ganz abschaffen sollte man die Pendlerpauschale aber nicht", sagte der CDU-Politiker. Stratthaus ist ebenfalls Mitglied der Koalitionsrunde zum Thema Finanzen.
Kein Spielraum für Steuersenkungen
Einigkeit besteht zwischen Union und SPD darüber, die Gründung von Steuersparfonds - etwa Film-, Medien- oder Windkraftfonds - ab Jahresbeginn 2006 zu verhindern. Dadurch könnte der Staat 3 Mrd. Euro mehr pro Jahr einnehmen.
Spielraum für Steuersenkungen sieht Stratthaus vorerst nicht: "Ich bezweifele, dass das in den ersten vier Jahren möglich ist." Möglich sei eine aufkommensneutrale Umverteilung, um das Wirtschaftswachstum anzukurbeln. Beispielsweise könnten die Körperschaftsteuersätze gesenkt und durch zusätzliche Einnahmen aus der Einkommensteuer finanziert werden.
Die SPD dagegen will nach Aussage ihres Finanzexperten Joachim Poß trotz der angespannten Haushaltslage von Bund und Ländern private Handwerkerrechnungen steuerlich absetzbar machen. "Über die steuerliche Absetzung von Handwerkerdienstleistungen muss in den Koalitionsverhandlungen gesprochen werden", sagte Poß der FTD. Poß kündigte an, er werde diese Forderung in die Koalitionsverhandlungen einbringen.
"Der öffentliche Eindruck, die große Koalition wolle nur sparen und sonst nichts, ist falsch. Wir müssen die Konjunktur im Auge behalten und auch Wachstumsimpulse setzen", sagte Poß. Dem Handwerk würden solche Impulse gegeben, wenn die Ausgaben der privaten Haushalte für Handwerker steuerlich absetzbar würden.
Mitschuld an der Finanzlage
Haushaltsnahe Dienstleistungen sind bis zu einem Betrag von 600 Euro pro Jahr bereits jetzt steuerlich absetzbar. Allerdings handelt es sich hier nur um Haushaltshilfen und kleinere handwerkliche Tätigkeiten wie Fensterputzen, Tapezieren und einfache Malerarbeiten.
Das Handwerk fordert eine Anhebung des absetzbaren Betrags und die Ausweitung der Bestimmungen vor allem auf den Bau- und Ausbau von Wohnungen. "Es gibt hier ein ungeheures Potenzial, um Schwarzarbeit zu legalisieren", sagte ein Sprecher des Zentralverbands des Deutschen Handwerks.

Dieses ist ein kostenpflichtiger Inhalt der FTD. Bitte melden Sie sich an, um fortzufahren!

Abonnenten
Sie haben kostenlosen Zugang zum Weiterlesen oder Herunterladen. Bitte melden Sie ich mit Ihren Zugangsdaten über die Anmeldebox an.

Nicht-Abonnenten
Wenn Sie Interesse an einem FTD-Abo haben, informieren Sie sich über die verschiedenen Abo-Angebote unter www.ftd.de/abo-vergleich.

Alternativ können Sie für den Zugriff auf den gewünschten Inhalt ein Tagesticket erwerben. Für den Erwerb eines Tagestickets müssen Sie bei uns registriert sein (zur Registrierung). Nach Registrierung melden Sie sich einfach über die Anmeldebox an. Anschließend können Sie das Tagesticket erwerben.

Das Tagesticket bietet für 2,50 € einen 24-Stunden-Vollzugriff auf...

  • ...alle Premium-Artikel auf FTD.de
  • ...das aktuelle ePaper (Zeitung als PDF) und 1-Monats-Archiv der FTD
  • ...die Nachmittagsausgabe FTD 17 Uhr (PDF)
  • ...alle Sonderbeilagen der FTD (PDF)
  • ...alle älteren Ausgaben der FTD über einen Archiv-Zugang
  • ...alle archivierten Online-Artikel
Login

Statten Sie Ihre Mitarbeiter oder Key-Accounts mit dem Informationsangebot der FTD aus. Über Unternehmenslösungen für Abonnements oder Online-Zugänge informiert Sie gern unsere Abteilung Business Cooperations, corporate-solutions(at)ftd.de.

Bei Fragen rund ums Abo wenden Sie sich bitte an unsere Service-Zentrale unter kundenservice@ftd.de
Bei Fragen oder Problemen zu Ihrer Einzelverkaufsabrechnung wenden Sie sich bitte direkt an Click & Buy
  • Aus der FTD vom 26.10.2005
    © 2005 Financial Times Deutschland,
Bookmarken   Drucken   Senden   Leserbrief schreiben   Fehler melden  

Den Parameter für die jeweilige Rubrik anpassen: @videoList
  • Wulff-Affäre: Menschen im Hotel

    Die Vorwürfe gegen Bundespräsident Wulff grenzten zuletzt ans Lächerliche, die neuen tun es nicht: Sie legen den Verdacht einer Vorteilsnahme nahe. Es könnte eng werden. mehr

  •  
  • blättern
Tweets von FTD.de Politik-News

Weitere Tweets von FTD.de

FTD-Wirtschaftswunder Weitere FTD-Blogs

alle FTD-Blogs

Newsletter:   Newsletter: Eilmeldungen Politik

Ob Regierungsauflösung oder Umfragehoch für die Linkspartei - erfahren Sie wichtige Politik-Nachrichten, sobald sie uns erreichen.

Beispiel   |   Datenschutz
 



DEUTSCHLAND

mehr Deutschland

EUROPA

mehr Europa

KONJUNKTUR

mehr Konjunktur

 
© 1999 - 2012 Financial Times Deutschland
Aktuelle Nachrichten über Wirtschaft, Politik, Finanzen und Börsen

Börsen- und Finanzmarktdaten:
Bereitstellung der Kurs- und Marktinformationen erfolgt durch die Interactive Data Managed Solutions AG. Es wird keine Haftung für die Richtigkeit der Angaben übernommen!

Über FTD.de | Impressum | Datenschutz | Disclaimer | Mediadaten | E-Mail an FTD | Sitemap | Hilfe | Archiv
Mit ICRA gekennzeichnet

VW | Siemens | Apple | Gold | MBA | Business English | IQ-Test | Gehaltsrechner | Festgeld-Vergleich | Erbschaftssteuer
G+J Glossar
Partner-Angebote