Ursula von der Leyen bleibt Familienministerin. Das Ressort Gesundheit geht an Philipp Rösler
Nun das. Ein weitgehend unbekannter Nachwuchspolitiker der FDP bekommt den Job. Ein Jüngelchen obsiegt gegen die ausgebuffte, erfolgreiche Ministerin, die zu den Stars im Kabinett und den Publikumslieblingen gehört. Nicht mal ein Trostpflaster gibt es. Denn von der Leyen bekommt keine weiteren Zuständigkeiten, nicht mal kosmetisch. Der Stern am Kabinettshimmel scheint zu verglühen. Wie konnte das passieren?
Nichts deutete auf die Schlappe hin. Seit Monaten ließ sie durchblicken, dass sie Gesundheit reizt. "Ich bin wahnsinnig gerne Familienministerin, aber Gesundheit kann ich mir auch gut vorstellen." Bereits vergangenen Sommer fiel auf, dass von der Leyen sich einmischte in die Gesundheitspolitik, etwa zum Boykott teurer Krankenkassen aufforderte. Am allerliebsten, erzählen Vertraute, hätte sie Familie und Gesundheit übernommen. Immerhin managte sie schon in Hannover die Doppelfunktion. Und schließlich gehörten Gesundheit und Familie auf Bundesebene lange zusammen.
Auch der Kanzlerin schien die Idee zu gefallen. Die studierte Volkswirtin und Ärztin ist ein Pfund, mit dem Merkel wuchern kann. Sie ist durchsetzungsfähig, bissig und 100-prozentig loyal. In Talkshows schwärmt von der Leyen gern von ihrer Chefin. Mit ihr hat sie seit 2005 für die Kopfprämie gefochten. Von der Leyen durfte also für die CDU die Arbeitsgruppe Gesundheit und Pflege in den Koalitionsgesprächen führen. Die Indizien mehrten sich, dass Supernanny Superministerin wird.