Die Mitarbeiter des Präsidentschaftsanwärters bemühten sich zurzeit, die Einzelheiten einer Kundgebung in Berlin zu arrangieren, verlautete am Montag aus der Umgebung des Senators. Der Zeitplan für den Besuch Obamas in Berlin scheint festzustehen. "Es läuft alles auf den 24. Juli hinaus", hieß es laut nach einem Bericht von "Spiegel Online" aus Regierungskreisen. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Außenminister
Frank-Walter Steinmeier (SPD) würden demnach beide mit
Obama zu Gesprächen zusammenkommen. "Sie wollen ihn kennenlernen".
Obamas Pläne für eine Rede vor dem Berliner Wahrzeichen seien aber sehr verhalten aufgenommen worden. In der Vergangenheit sei dieser Ort nur bei ganz ausgesuchten Anlässen zu politischen Kundgebungen genutzt worden und bislang gewählten Präsidenten vorbehalten gewesen, hieß es. Die Entscheidung darüber liege beim Berliner Senat.
Auch McCain willkommen
Offiziell wollte sich das Bundespresseamt nicht zum konkreten Besuchstermin und -programm Obamas äußern. Auch die Pressestelle des Präsidentschaftskandidaten konnte den Termin zunächst nicht bestätigen. "Spiegel Online" berichtete aus Regierungskreisen, dass die Bundesregierung sich auch über einen Besuch des republikanischen Kandidaten
John McCain freuen würde - ihm stünden die Türen ebenso offen.
Auch in den USA setzt Obamas Wahlkampfteam auf die Überzeugungskraft ihres Kandidaten vor großem Publikum. Daher wurde entschieden, die Abschlussrede Obamas vor dem Nominierungsparteitag der Demokratischen Partei in Denver zu verlegen. Obama wird nun nicht im Pepsi Center der Stadt reden, wo der größte Teil des Parteitags vom 25. bis 28. August stattfindet, wo aber lediglich 21.000 Menschen Platz finden. Stattdessen wird er im Football-Stadion Invesco Field sprechen, das 76.000 Plätze hat.
Obama sagte, er sei begeistert von der Entscheidung. Damit werde einer großen Öffentlichkeit die Chance gegeben, an dem Nominierungsparteitag teilzunehmen. Es ist nicht das erste Mal, dass ein Präsidentschaftskandidat seine Rede, in der er die Kandidatur offiziell annimmt, in einem Stadion hält: Am 15. Juli 1960 trat John F. Kennedy vor mehreren zehntausend Menschen im Coliseum von Los Angeles auf.